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Full text: Die k. k. Wiener Porzellanfabrik : ihre Geschichte und die Sammlung ihrer Arbeiten im k. k. Oesterreich. Museum

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Die Bruchflächen dürfen Feuchtigkeit nicht im Geringsten einsaugen und daher auch 
nicht an die Zunge kleben. 
4. Einen reinen, angenehmen Klang, welcher ein Beweis von der Gleichförmigkeit 
der Masse, der gehörigen Bearbeitung und Auflösung ist. 
5. Eine solche Härte, dass man mit dem Stahl Funken daraus schlagen kann. 
6. Die Fähigkeit, Abwechslungen von Hitze und Kälte wenigstens bis zu dem 
Grade zu ertragen, dass man in ein kaltes Gefäss kochendes Wasser giessen und 
Wasser darin über einer Weingeistflamme zum Kochen bringen kann. 
7. Unschmelzbarkeit in den höchsten Ofenfeuergraden 
8. Die Glasur muss ein vollkommen durchsichtiges, möglichst farbloses, sehr 
hartes Erdenglas ohne Bläschen sein und sich allmälig in die ihr homogene Masse 
des Porzellans selbst verlieren, so dass es zwischen beiden keine scharfe Grenze gibt, 
die Glasur folglich nicht abspringen kann. 
9. Die Farben müssen mit den gehörigen Flüssen bei einem angemessenen 
Feuersgrade eingebrannt sein, so dass sie nicht abspringen oder leicht abgewetzt werden 
können, und nur mit dem Porzellan selbst zu Grunde gehen. Dasselbe gilt auch von 
der Vergoldung, welche übrigens nicht gar zu dünn aufgetragen sein muss. Malerei und 
Vergoldung müssen auch den gehörigen Spiegel besitzen. 
10. Schöne, gefällige, zweckmässige Formen; dünne Bearbeitung, theils wegen 
des Durchscheinens, theils wegen der Leichtigkeit oder auch als ein Beweis der grossen 
Plasticität der Masse, welche diese nur durch ein grösseres Verhältniss von Thonerde 
erhalten kann. Von diesem grösseren Verhältniss der Thonerde hängen wieder sehr 
viele andere gute Eigenschaften ab.
	        
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