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Full text: Theatrum orbis terrarum

9 GLOBUSPAAR 
Erdglobus 1792 und Himmelsglobus 1790 
Beringer, David, Nürnberg 
Sotzmann, Daniel Friedrich, 1754 (Spandau) — 1840 (Berlin) (Erdglobus) 
Bode, Johann Eiert, 1747 (Harburg) — 1826 (Berlin) (Himmelsglobus) 
Holz, Kupferstich 
Durchmesser 31 cm 
Privatbesitz 
Das hier vorliegende Globuspaar verdankt seine Entstehung der Zusammenarbeit 
dreier Männer: des tüchtigen Nürnberger Mechanikers David Beringer — von 
welchem zahlreiche signierte Sonnenuhren bekannt sind, wobei allerdings keine 
Lebensdaten genannt werden — und des Geheimsekretärs und Kriegsrates und 
Geographen der Akademie der Wissenschaften Berlin, Sotzmann; bei Beringer 
dürfte es sich wohl um den Namen des Verlags und der Werkstätte handeln, da 
die ältesten Instrumente 1725 datiert sind. Sotzmann gibt später verschiedene Auflagen 
der Erdgloben mit anderen Verlegern heraus. 
Bode, auf den der Entwurf des Himmelsglobus zurückgeht, wird 1772 Astronom 
der Akademie der Wissenschaften in Berlin, 1786 Direktor der Sternwarte und 
berühmt durch einen Himmelsatlas mit der großen Zahl von 17.240 Sternen. (Siehe 
Beschreibung zur anonymen heliozentrischen Armillarsphäre, Kat. Nr. 15) 
Sowohl das Erdabbild als auch die Sterne und Sternbilder deuten ganz in die Richtung 
des modernen Globus — nur die Gestelle sind ganz im Stil des Überganges von 
Louis XVI. zum Empire. Der geographische Gehalt allerdings läßt nicht darüber 
hinwegsehen, daß das Innere Afrikas unerforscht war, ja einer der letzten augen 
fälligen Punkte zur Altersbestimmung einer Weltkarte ist noch vorhanden: Australien 
und Tasmanien sind verbunden — erst Bass entdeckt die Inselnatur Tasmaniens. 
Lit.: Zinner, E.: Mathematische, a. a. O.; Fauser, A.: Ältere Erd- und Himmels 
globen, a. a. O. 
10 ERDGLOBUS 
Cella, Philipp, 1790, Welbury Hesse 
(München) 1831 
Papier, aufblasbar 
Durchmesser 114 cm 
Die Herstellung von Globen, speziell größeren Durchmessers, war und ist selbst 
verständlich auch noch verhältnismäßig aufwendig. Das Kartenbild wurde, soferne 
es sich nicht um ein Einzelstück eines Globus handelt, auf Papier gedruckt und 
sodann auf eine vorbereitete Kugel geklebt. Die Herstellung der Kugel größeren 
Durchmessers bot aber erhebliche Schwierigkeiten: Papiermache hat allein zu wenig 
Festigkeit, um sich bei Globen, die doch eine gewisse Zeit überdauern sollten, zu 
bewähren. Man darf nicht vergessen: der Globus „alterte“ in früherer Zeit schnell, 
da immer wieder neue Nachrichten von Entdeckungsreisenden gebracht wurden 
und das Kartenbild ständig verändert und verbessert wurde. Sollte die Globuskugel 
auf Dauer entsprechen, mußte sie eine innere Versteifung erhalten, und so findet 
man Globen, deren Inneres aus Holzlatten in der Art einer Faßbauweise hergestellt 
sind, die dann mit Leinwand bespannt werden. Solche Globen lassen sich allerdings 
auch sehr groß bauen — es sei an die Globen von Coronelli, erhalten im Schloß 
von Versailles, erinnert, die rund 4 m Durchmesser haben (1680). 
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