30 SONNENUHR
H. Tücher
Nürnberg 1579
Elfenbein
11,9: 9 cm
Österr. Museum, F. 1379
Kästchen aus zwei Elfenbeintafeln, die durch ein Scharnier untereinander verbunden
sind. In der oberen Tafel eine drehbare Goldbronzescheibe als Monduhr. In der
unteren eine kreisrunde Höhlung für den Kompaß und eine zweite für darin ein
gezeichnete und gemalte Ekliptik. Signiert: „Hans Duchder zu Nürnberg 1579.“
Umschrift auf dem Deckel: „wen ich kampast recht sol weisen so rieht mich nicht
nahet bei eisen der spöter sol nichts verachten den er kins besser machen.“ Die
Teilung von eins bis neunundzwanzigeinhalb, die konzentrisch um die Drehscheibe
für den Mond angeordnet ist, erlaubt es, die Sonnenuhr auch bei Mondlicht zu
verwenden. Bei Vollmond Direktablesung, sonst muß das jeweilige Mondalter
berücksichtigt werden. Nach der Formel zum Mondalter (in Tagen) muß der Wert
vier Fünftel hinzugerechnet werden, damit die Sonnenuhr bei Mondlicht stimmt.
Im Inneren befinden sich zwei Sonnenuhren, sowohl im Deckel als auch im Boden
brettchen (konkav ausgehöhlt) mit italienischer Zählung. Die Schattenwerfer für
diese beiden Sonnenuhren sind kleine Messingstifte, die rechtwinklig aus dem Elfenbein
herausragen. Unsere heute noch gebräuchliche Zählung ist um den Kompaß bzw.
um die kleine Drehscheibe im Deckel herum angeordnet und wird durch den Faden
gnomon angegeben. Im Innenfeld Aufzählung der Verwendungsgebiete. Seitlich ist
eine verstellbare Spreize für verschiedene Polhöhen angebracht mit der Beischrift:
„Dasten die Pulus Grad.“
Tücher, Hans
In Nürnberg sind drei Meister dieses Namens bekannt, die 1537, 1557 und 1570
Meister geworden sind. Der erste starb 1615 und der letzte 1632. Sie waren alle
Kompaßmacher und befaßten sich mit der Herstellung von Sonnenuhren. Eine
Unterscheidung zwischen den einzelnen in den Werken ist nicht möglich. Einige
Instrumente stehen außerhalb der Reihe der anderen, was eventuell auf eine besondere
Autorschaft hinweisen würde.
Lit.: Zinner, E.: S. 555 und 557.
31 SÄULENSONNENUHR
E. Habermel
Regensburg, um 1585
Bronze, vergoldet, gegossen und graviert
25: 7,3 cm
Österr. Museum, F. 1344
Auf einer Zylinderröhre sind die allgemeinen und die planetarischen Stunden
bezeichnungen, der Tierkreis und eine Tabelle der Wochenplaneten für die zwölf
Monate eingraviert. Auf dem Deckel befindet sich der einklappbare Schattenzeiger.
An der Unterseite des Untersatzes, der abnehmbar eine Streusandbüchse enthält,
das Wappen des italienischen Arztes Dr. Franciscus de Paduanius von Forli, der
sich um 1603 in Prag aufhielt, wo er Kaiser Rudolf II. behandelte. Umschrift:
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