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Full text: Theatrum orbis terrarum

Um den Kompaß herum in konzentrischen Kreisen die Stundenskalen, eine Horizontal 
sonnenuhr für fünf verschiedene geographische Breiten von 42 bis 45 Grad. Im 
aufklappbaren Deckel Polhöhenverzeichnis wichtiger Städte, darüber Tierkreis 
zeichen und Planetenstunden. Im Bodenbrettchen oberhalb der Signatur Ablese 
möglichkeiten für griechisch-babylonische bzw. italienische Zeitzählung. Auf der 
Oberseite des Deckels die Windrose mit den Namen der Hauptwinde und ein Loch 
zum Anvisieren der Kompaßnadel in geschlossenem Zustand. Im Bodenbrett 
konzentrische Kreise mit Zahlangaben, um die Sonnenuhr auch im Mondlicht 
benützen zu können. (Die gravierte Messingscheibe mit dem Zeiger dazu fehlt.) 
Nikolaus Miller arbeitete in Augsburg. Datierte Instrumente von ihm sind von 
1605 bis 1661 bekannt. Weitere Lebensdaten sind nicht erwähnt. 
Lit.: Zinner, E.: S. 451. 
43 HORIZONTALSONNENUHR 
J. Engelbrecht 
Böhmen, 1683 
Bronze und Eisen 
24,4: 21,9 cm 
Österr. Museum, F. 1395 
Die Sonnenuhrplatte ist in einem Eisenrahmen mit Laubwerk und Planeten 
bezeichnungen eingelassen. Die Mittelplatte trägt einen dreieckigen aufklappbaren 
Schattenwerfer. Die Hyperbeln sind in Abständen von zehn zu zehn Tagen angegeben, 
wodurch sich nicht nur die Zeit, sondern auch mit ziemlicher Genauigkeit das Datum 
angeben läßt. Durch die Stellschrauben und den (fehlenden) Senkel war die Uhr 
annähernd auf verschiedenen geographischen Breiten von etwa 40 bis 60 Grad 
einstellbar. Die Ablesung des Datums erfolgte durch den Lichtpunkt, der durch die 
Bohrung im unteren Viertel des Schattenwerfers auf den horizontalen Skalen erfolgte. 
Auf der Rückseite graviert die verschiedenen Polhöhenangaben. Signiert sowohl 
auf der Vorder- als auch auf der Rückseite: „Fecit Joan Engelbrecht Beraunensis 
1683.“ 
Lit.: Zinner, E.: S. 306. 
44 HORIZONTALSONNENUHR 
Senecal 
Dieppe 1670 
Elfenbein, graviert 
Privatbesitz 
Die Sonnenuhr ist ein typisches Erzeugnis der sogenannten Tableterieheimarbeit 
aus Dieppe. Diese Klappsonnenuhren sind aus echtem Elfenbein und nicht wie die 
meisten aus Nürnberg und Augsburg aus Bein. Die Industrie blühte bis zur Wider 
rufung des Ediktes von Nantes. Danach wurden diese Hugenotten vertrieben und 
gingen meist nach England. Alle Seiten der beiden Elfenbeinplatten sind mit Buch 
bindereisen verziert. In der Grundplatte ein Kompaß mit langer feiner Nadel. Auf 
der Unterseite ein immerwährender Kalender. Der Deckel trägt auf der Innenseite 
eine Monduhr, die mit Umrechnungstabelle verwendet werden kann. Bei einmaliger 
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