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Full text: Das Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

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an biefelbe anfefct, unb in folgerichtiger (Sntwidelung befommt 
baffelbe feinen feften plaftifchen Körper, fonbern wirb aus biinnen 
ÜMaUplättchen gefchnitten unb getrieben, fo baf3 eS betn leichten 
©efüge ber bünnen Stohren entspricht, vrelcEje gleidffam gu Statt 
tern ausgearbeitet erfcheinen. 
Stuch bei ben älteren, auS ßtuf gegoltenen Berliner Äron= 
leuchtern haben Bielfad) ähnliche Bcrftellungen BorgefcfftBebt; 
man hat fid) aber begnügt, ein betn gefebmiebeten ähnliches 
Stanfcnmerf burd) ©uh nachpahmen. (Srft burd) bie gabrifation 
oon CS I ft e r in Berlin ift hierin eine Stenberung eingetreten, welche 
wir als eine ber iä)bn[ten (Srrungenfdjaften beS mobernen beutt 
fcfjen ÄunftgewerbeS betrachten muffen. Bon ben Äronen unb 
Strmtcudjtern, Weld)e für baS Berliner StathhauS unb bie fPaffage 
auSgeffihrt finb, beftnben fid) groben auf ber Wiener SluSftellung, 
Welche im ©efd)tnad ber Seidinung unb in feliber Durchführung 
unerreicht baftehen. SUleS ift gutes unb tüchtiges SJiaterial, bie 
thweren $h e ü e ffnb gegoffen, bie leichteren gehämmert unb SllleS 
in überftd)tlid)er Stnorbnung unb <harafteriftijcher StuSbilbung 
beS Details. 
Bon ben übrigen beutfehen gabrifanten begnügen fid) bie 
meiften mit bem 3tnf cjuff e. gür bie billige fperftellung grober be< 
foratioer Arbeiten hat ber ßtafgufj fieser feine Berechtigung unb 
ift befonberS non ben granjofen nach biefer Stichtung hin fehr 
glängenb auSgebitbet. Die Btitte ber großen Äuppel nimmt eine 
gontaine ein, welche in ihrer großartigen Slnlage mit ©ruppen 
non Sritonen unb Seepferben ihresgleichen fudjt. gür bie breite 
beforattoe Slrt folcffer giguren reicht bieS fcf)lecf)tere Btaterial ooltt 
ftänbig aus. Sie bcutfd)cn Binfgußarbeiten erfcheinen baneben 
ziemlich bürftig. (SS finb meift nur fleinere Stüde, welche auS* 
geführt finb. SDafj bcnfelben jum Sh« 1 fefc S«te Originale, 
antife giguren ober SJteifterwerfe Bon 9taud) unb 9lehnIid)eS ju 
©runbe liegen, macht bie Sache nicht beffer, benn gerabe für
	        
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