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Full text: Das Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

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berartige burchgebilbete Äunftwerle ift bie ffircnje burdfauä an- 
gegeigt. 
©8 mag bei btefer Gelegenheit wieberbolt barauf htngewiefen 
werben, Wie gänzlich ungerechtfertigt ber ©tolj ber berliner auf 
i()re uietfach angebrachten !lafftfd)en ßtnfftguren an Raufern unb 
Sentmälern ift. ©in 2tpoll pon SSelüebere, eine Siana au8 bem 
Seuore ftnb ftcEjer Äunftmerfe, neben welchen bie beforatioen 
©anbfteinfiguren be8 porigen 3af)ri}unbert8 wie ©freu im Sßinbe 
»erfliegen; wenn e8 aber gilt, baS Sad) einc8 Pier ©tod fofen 
£>aufe8 mit giguren beferen, fo tritt gerabe baS Umgelehrte 
ein. 3>ene für intime ^Betrachtung gcftfaffenen Slntileu ftnb bort 
eben leere unb ausbrutfslofe ©djemen, währenb bie brei= 
tere, flott befyanbelte, Wenn auch grobe gigur ber fo tief oer= 
achteten Dtococolunft ihren IJMah portrefflid) auöfüllt. 9Jtan l)at 
ftch aber bi8 nod) Per furjer ßeit in SSerlin bamit begnügt, ja 
ift fogar ftolg barauf gewefen, flafftfche giguren tu 3int ju fo= 
firen unb bamit bie Raufer z« beferen. Siefe 3nbuftrte hat 
gar leine I8ered)tigung unb beruht lebiglid) auf flafftfchem ©d)Ien= 
brian unb ber hierbei erzielten ©rfparung ber SJtobcllfoften. 
3« ben SDcctallcn, Welche eine ©tellung im Äunftgewerbe 
beanspruchen, hat fid) in unferem SteWnn^rte ba8 ©ufteifen 
gefeilt. 3» früheren ßeiteu würbe biefe fpröbe unb groblörnige 
fötaffe nur ba oerwenbet, wo beffereb SRetall nicht braudfbar 
war, öfenplatten au8 ©ufjctfen mit reifer örnameutation unb 
plumpen ffteltef» laffen ftd) bi8 in ba8 fünfzehnte 3nh l 'I)unbert 
perfotgen. Ser Sürftigfeit im Segintt unfere8 3ahrl)unbert8 
blieb e8 Borbehalten, biefeS SJiaterial auch für wirtliche ©cf)mud= 
geräthe ju benufjen. Sie Arbeiten, welche in ber Berliner fönig= 
liehen ©tfengiefjeret unter ©d)infel’8 ©inftuff entftanben, ftnb 
hödjft djaraEteriftifch für bie ganze fPcrtobe: Reinheit ber (Srftn= 
bung, nüchterne .Knappheit her gerat unb werthlofeb SRatcrial. 
Sie fönigliche ©ifengiefjerei ift jefjt fo gut wie ganz rom ©dfau«
	        
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