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Full text: Das Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

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ber SltropoliS ju Sitten, aus ©olb unb (Slfenbein mit farbigen 
©rnaißen gefdimüdt, beftanben, um ju empfinben, baff baS ©er 
fühl ber ©rofjartigfeit unb ©rhabenheit für bie ©riechen JeineS- 
• mcgS mit bem Stufgeben ber garbe oerbunben mar. gür Heinere 
unb elegante SBerte I)at bie gaebe erft red)t i£)re burdfgreifenbe 
Sebeutung. 
91id)t non ber Seite ber Äünftler, fonbern non ber Seite 
ber miffenfdjaftlidjen g cr fäer auS, hat man 33erfuct)e mit ber 
Färbung ber Slräjiteftur gemacht. gür bie mittelalterlichen Sauten, 
melche ebenfalls ber meinen Sitndfe ber fünften Berfalten maren, 
ift bie grage längft entfdfieben. Silier £)rten fudft man unter 
ber Sündfe bie Stefte ber früheren Semalung auf; mo jte nicht 
Dorljanben, mirb nach beften Kräften an ber £>anb guter 33or= 
bitber eine neue Semalung tjergeftettt. SBenn erft einmal 
alle gott)ifd)en unb romanifdfen Äirdfen mieber in DoEem 
garbenglanje prangen merben, mirb fid) auch bie 2lrcht= 
tef'tur, meköe fid) an flaffifche fBorbilber anlehnt, nid)t länger 
miberfetjeu tonnen. SereitS fängt man an aßen Drten an, and) 
in biefem Stile Verfud)e mit farbigen Seforationen ju machen. 
Sie Ctenaiffance, meldje Don betreiben falfdjen Slnfd)amutg ber 
SIntite auSget)enb, bennod) bnrd) ihr gefunbeS Staturgefühl 3« 
einer feloriftifdfcn ©ehanblung gelangte, bient hierbei als Sehrcrin, 
unb fo tritt nunmehr auf allen ©ebieten ber Äunft unb ber 
Sedjnif lebhaft bie f$*age heran, mie eS möglich ift, bie alte 
g-arblofigfeit ju überminben. 
3n ber fplaftif hat betanntlich ber ©nglänber ©ibfon bie 
erften 38erfucf)e gcmad)t; feine bemalte VenuS, melche ftd) 1862 
auf ber fionboner StuSfteEung befanb, mar ein fpredfenbeS 3eug= 
niff bafür, mie Vortreffliches fid) auf biefem SBege erzielen läfft. 
Statürlid) tann eS ftd) nidjt um eine Semalung hanbeln, melche 
nach Strt ber 3Bad)Sftguren ben Dollen StealiSmuS beS SebenS 
mieberjugeben beabfidjtigt, fonbern mie bie cble -Jßlaftif felbft nur
	        
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