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Full text: Das Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

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©tetalle tritt eine neue 9lrt oon (Smatl ein, meldjeg bap beftimmt 
ift, ben ©lanj unb bie Seudjtfraft beb ©taterialS and) in ber 
©djmeljbearbeitung pr (Mtung fomnten p taffen. (Statt ber 
unburcbficbtigen ©laSmaffen, toclcbe bis baijin cermanbt mürben, 
menbet man nun burcbftdjtigc ©taffen an, melcbe in ihrer 3Bir= 
fung mit ben ebelen ©teilten metteifern. Bei biefen ©taffen ift 
bie ©töglicbteit gegeben, ben bebecften ©runb rnitmirfen p taffen, 
unb man tarn balfer barauf, ben ©runb reliefartig 31t be^anbetn, 
fo baff, wenn bie Scfmetjmaffe mit glatter Sberflädfe aufgetragen 
mar, bie bocbften fünfte beS SteliefS am menigften, bie tiefften 
am ftärfften bebecft maren, fo baff bie farbige ©laSmaffe über 
ben erhabenen ©teilen beS OteliefS bell, über ben certieften bunfel 
erfdjien. (SS mürbe fomit ein Bilb bergeftellt, meldfeä in feiner 
ffiirfung cöllig ben in Dtelief gearbeiteten ©tildjglaSbilbern ent= 
fpriebt, meldfe mir an bie genfter bangen, fo bafj fte beim burcb= 
faBenben Siebte jur ©eltung tommen. 35er notlfigen Sidjtftärte 
megen mürbe bie (Smailarbeit faft auSfcbliefjlicb auf bem meiff 
leudfteuben ©über augefertigt, ©tan pflegt fte als email trans- 
lucide 31t be3eicbncn. 
25aS 15., 16. unb 17. 3abrl)unbert bat eine gälte berartiger 
Slrbeiten aufjumeifen; bann aber cerfdjmanb bie Secfnit fo gut 
mie gattg unb erhielt fidf böd)ftcnS nod) hier unb ba in ber 9ln= 
fertigung üon DrbenSbeforationen, um etma einen fdjupf>enför= 
migen ©runb ober etmaS SlebnlidfeS unter einer burebfiebtigen 
rotben ober grünen (Smailbede beroorleucbten 31t taffen. 
CSrft in neuefter B^t beginnt man biefe febr fdjöne unb 
mirtfame £ed)nif mieber beiborjubolen unb für ornamentale 
Btoetfe 3u cermenben. ©0 leidet ihre Benufjung ift, meitn eS 
fiel) nur barttm banbeit, ben ©runb mit einem einfachen ©tufter 
3u beleben, fo fcbloer mirb fte, menn ein irgenbmie figürliches 
fRelief tünftlcrifcb bebanbelt merben foB. ®a feine Trennung 
ber garben ftattfinben tarnt, fo ift bie ©efabr feljr groff, bafj
	        
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