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Full text: Das Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Dunfelgrün big gunt garteftcn ©elbroja in je töfilicben ©reim 
plaren oorbanben finb, wie man fte wolfl oorher niemals bei= 
jammen gefehen bat- ÜGerwenben ber farbigen Steine muffen 
unfere Juweliere freilict) erft wieber lernen. Sn »cllenbeter SBeife 
nerftefjen eg augenblicflicb nur bie Dtuffen, bei welchen ber nein 
Orient genährte garbenfinn niemals gang auSgeftorben ift unb 
beren emaillirte ©olbfadjen ja and) bie übrigen europäischen Weit 
übertreffen, ©in ÜJiosfauer ©olbfehmieb bot einen Ä'opfpub aus* 
geftellt, beftebenb auS einem ^Itebergtreige, Welcher als gaffung 
i'cn ©belfteinen bas ©ejcbmadwollfte ift, was ich jemals gefehen. 
Oie glieberblüthehen befteben auS Keinen Slmetbbften, bie ^Blätter 
auS Keinen Diamanten. Oie jämmtlidjen hier ßerwenbeten Steine 
finb nidjt befonberS werthtwK, aber ihre SBirfung ift unoen 
gleicblid). Sämmtlicbe Steine finb in feinen ©olbbralft gefaxt 
unb jo leicht unb gierltch an einanber gereiht, bie gitgung ber 
gangen SBlüthe ift fo Kar unb burd;fid)tig, baS ©ange jo leicht 
fchwebenb unb rum fdjimmernbem ©lange übergoffen, bah man 
faft »ergibt, baff man eS mit einem SSerte mettfd£>lidfer ©efdjtd 5 
lid)!eit gu thun habe, unb baS ©ange wie eine märchenhaft ge= 
Wadffene JBlütlje anfiel)t. 
Oer Diamant in bem ftreng fhmmetrifd)en Schliffe, welchen 
baS Stbenblanb ihm gu geben pflegt, unb mit feiner garblofigfeit 
giebt ber geftaltenben fPhantafie geringe Nahrung; fobalb man 
ihn, befonberS bie gröberen Steine gu mehr organifchen ©eftab 
tungen ocreinigen Will, fo oerliert er ben beften OI)eil feiner 
ÜEßirKmg. Oie Diamanten müffen als Sterne im einfamen ©lange 
in fid) felbft abgejchloffen baftehen, felbft bie Keinen Werben in 
ber Slnorbnung als 3itnge, dränge ober güllung einer gläcbe 
am Beften gut ©eltung fommen. Sötit ben bunten Steinen ba= 
gegen, welche fich i« feften Konturen abgeicljnen, unb welche auch 
nicht fo werthooll finb, bah man nicht ber Sonn gu fiiebe etwas 
oon bem SEftateriale opfern fönnte, füll man mehr auSrichten. SluS
	        
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