MAK

Full text: Das Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

153 
Äunftweberei coßftänbig. Sind) für bte Ä'leiber, toelcfje toteber 
in weiteren galten getragen werben, beratet man bte 33lutnen= 
mufter, unb fo fjerrfdjen biefelben ungeftort big gur frangöfifdjen 
Stenolution. 
Um bie Stitte beg 3at)rbunbertg bringen and) dfineftfdfe 
Stotioe in bie Stufterung ein; befonberg für Tapeten finbet eine 
mertmürbige SSerflecfftung nett (SI>irtejen, Siebesgöttern, nerfdjte* 
benartigen ©tnblemen unb Slunten ftatt. Sllg man bor bem 
Slugbrudfe ber Steoolution bereits bie Stüdfternljeit beg ©efdfmacfg 
als Heilmittel gegen bie ©traben ber ©efeltfdjaft gu greifen an= 
fing, tarnen gerate gur rechten Seit bie gebruetten inbifdten unb 
Kattune auf, weldje meift auf meinem ©ntnbe ein leidfteg Stufter 
non ©treublümdfen geigen. Slug il)tten Ijerau» entmidelte ftd> 
in granfreid) unb ©nglanb eine Äattuubrmferei, beren !lein= 
geblümte Siufter d)arafteriftifd) für bte fPeriobe würben unb 
weldfe fid) in immer fd)wäd)lid)er nerbuftenben garben big in 
biefeg SiWunbert fortgog. 
50iit ben bunten, feibenen fPradjtftoffen glaubte ber ©efd)tnacf 
ber Steoolutionggeit grünblid) aufrdumen gu müffen. 33rofat unb 
33Iumen »erfdjwanbcn, ftatt beffen tarn 9tofa=Stouffeliu mit d)cfe= 
labenbraunen.ipalmetten unb fürfPradftgelegenlfeiten rotier ©cffweh 
ger^attun. 3m Stationalmufeum gu Stündfen Ijängt bag Älcib, 
in welchem, id) weift nid)t weldjer, bairifdje gürft feine @e= 
matjlin grtnt elften Stale gefelfen !)at. ©g war um bag 3ab)r 
1800. SDieg fürftlidje, alg Slnbenten bewahrte ©eWanb bc= 
ftel)t aug rofffem Äattun ober Stouffelin, an ben Stäubern mit 
einer flehten Sadenlinie non Steffingflittern befetgt, ein Meib, 
wie eg je£t einer ©Ijoriftin auf ber flcinften SBinfelbüljne git 
fd)Ied)t fein würbe, unb foldje (Stoffe würben ton betten getragen, 
Weldjc fünfgelfn 3al)re früher attjäfjrlich eine gange ßabung ber 
glängenbften Silber= unb ©olbbrotate non gratis begogen, bereit 
itleibung non echten ©fniten, Treffen, ©olbfticterei unb bunten
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.