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Full text: Das Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

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p bleiben. SBenn matt and) bet eigenen ©rfinbung europäifher 
Mufter nur mit einem gewiffen Mißtrauen entgegenfet)en bann, 
fo Bietet bod) ber Orient felbft nod) eine unenblidfe gülle Diel 
reicherer unb grantigerer SBorbilber als biejenigen, Welche bis 
jefct DorgugSttaeife benutzt Werben. (Sine ausgiebige SBerwenbung 
berfelben ftnbet nur an einer einzigen ©teile ftatt, in SBten 
burdj baS mehrfach erwähnte £>auS Bott fPhilipp £>aaS. SDiefeS 
£>auS, Welches bie echten orientalifd^en ältereren unb neueren 
Arbeiten in großer Menge importirt, weiß biefelben auf baS 
93ortrefflicfjfte für feine gahrifation p oerwenben unb Weifj 
auch bie ©djäfee ber Mufeen unb <Sdr)Iöffer für feine 3tuecfe 
nupar 31t machen, bereits befannt ftnb einige fPradjtftüde, 
Welche für baS SBiener Opernhaus getreu nach perftfhen 9lr= 
beiten beS IG. 3 a h r ^ un bertS angefertigt ftnb. gür bie SSiener 
SluSftellung als ncuefte (Srrungenfdjaft hergeftetlt ift ein $eppid) 
auS ©olb unb ©eibe gewirft, welcher eine getreue 9lad)bilbung 
beS prachtüoUften unS erhaltenen perfifchen SeppihS ift, eines 
StücfeS, welches bem bairifchen 9tationalmufeum in München 
gehört. ®S ift ein erfreuliches Seihen für ben wadjfenbett ©e= 
fdjmacf unb baS tünftlerifhe fiurusbebürfnif) unferer Seit, bafs 
biefer Oeppiä), beffen Material unb fperfteltung eine enorme 
(Summe foftet, bereits üier= ober fünfmal befteHt worben ift. 
Sluh mittelalterliche Mufter, weihe übrigens fämmtlih ihrer 
Seit aus bem Orient importirt ftnb, hat man hier unb ba mit 
®lücf benufct. ©elbft altrömifhe Mofaitfufböben haben als 
Sehrmetfter gebient. 
Slnffälligcrwcife hat fih Bon allen europüifhen Säubern 
am wenigften granfreih ber gewonnenen (Sinftht Bon ber 
SRichtigfeit ber afiatifhen Seppihmufter gefügt. Oie meiften 
franpftfhen SBeber behanbeln ben Seppih, »Bie man allenfalls 
einen fpiafottb behanbeln fann: fie mähen einen ftarfen arhi= 
tettonifhen fRanb in ber Slrt eines fehleren SarotrahmenS non
	        
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