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Full text: Das Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

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granfreid)», frei 31t machen, oorerft aber haben wir nod) jo oiel 
ju tbun, um auch nur anuäljernb bag zu Iciften, wag granfreid) 
unb anbere Sauber oermögen, baf) wir frei) fein muffen, SBor= 
bilber p haben, an bcnen wir nnfer ÄunftgeWerbe heben fönnen, 
unb bafj wir nid)tg eifriger p tijun haben, alg bag ju ftubircn, 
Wag ung f)ier gebeten wirb. 6g ift feinegwegg bamit gefagt, 
bafs 3)eutfd)Ianb in fiinftlerifdjer Slbfpngigfcit erhalten bleiben 
feil; fobalb einmal nur bie gähigfeit, unfer £>anbWerf fünftlerifd) 
3 U geftalten, Welche bem bcutfdfen SSolfe unzweifelhaft eigen ift, 
wieber burchgegriffen haben wirb, fobalb wir nur einmal ein Weit 
auggebilbeteg unb reichlich genährteg ÄunftgeWerbe haben, fo 
wirb fich fidjerlid) beutfdje ©igenart auch lieber geltenb machen; 
aber aug bem fPrinjip heraug etwag fpegififd) 3)eutfä)eg fchaffen 
31t Wollen, ift bei ber nahen SScrbinbung ber Äutturoblfer ©uropag 
abfolut unmöglich «nb ift auch Zu feiner Beit gefächen, 
and) ju ben Beiten nicht, bie non unferen Sfomantifern mit 
SSorliebe alg fpejififü) beutfeh angefehen zu werben pflegen. 
3Sir haben bie Ctenaiffance aug Italien, wir haben bie ©otf)if, 
in bie man ung mit beutfchthümlichen 3febengarten hat hinein* 
jagen wollen, bireft aug gPnfreid) befommen, aber jebe biefer 
Äunftformen i|t in -Deutfctjlanb umgewanbelt unb eigenartig aug* 
gebilbet worben. 
3n nuferer Beit, welche ben SBerfeljr ber Elationen fo aufser* 
orbentlid) beförbert hat, ift an eine Slbgefdfloffenheit nod) weniger 
alg in früheren gerieben ju benfen. 2Bir fehen burd) bag ganze 
fnltioirte ©uropa mit 3lnfd)lufj beg iwn ©uropa abhängigen 
3lmerifa’g unb Sluftralien'g biefelbe ^Bewegung oorgehen, bie fRuan* 
cen, weldfe ber h)errfd>enbe (Stil in ben r>erfd)iebenen Sänbern 
erfährt, ftnb nur bem fdjärfer beobaditenben Sluge wahrnehmbar. 
Selbftftänbig neben ber grofjcn europäifdfen ÜSölfergruppe fteht 
ber Drient in feinen oerfd)iebencn ©ruppen; eine eigenthümliche, 
befonberg geartete Stellung nimmt SRufilanb ein. ®ie Rührung
	        
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