188
Nürnberg, Welcher fidj mit ber Imitation alter $öpferwaaren
befcfjäftügt, weiß gute fBorbilber tu weniger glängertben färben
mieber 31t goben. 3iedjt erfreulich finb bie Slrbeiten au» ßnaim
in SCRäftren: gapencemalerei in einfachem hollänbifchen (Stile, meift
nur blau unb Weif), welche auf Anregung beb öfterreicf)ifdfen 3Jtu»
feumb in SBien an Stelle einer felfr nicbrig ftelfenben Sedjnif
entftanben finb unb fiel) fefst bereis einen groben SJtarft ge=
fdfaffen haben.
§ür Stalien unb granfreidf, befonberS baS (elftere Sanb,
ift 31t bemerfen, bah man fich nicht blos mit ber Nachahmung
ber italienifchen SDtajolifen beguägt, fonbern auch bie hübfehen
gahenccbeforationen, welche in ben Nieberlanben unb in granf*
reich ün 17. unb 18. 3ah r hunbert üblich Waren, wieber aufge*
nommen hat, befonberS jene Slaumalerci, welche urfprünglicb
eine Nachahmung ber d)ineftfchen blaugemalten fPorjellane war,
bie aber halb in (äuropa mit Sfenuhung beS im 17. ^ahrhunbert
üblichen Ornamentes eine eigenthümliche SluSbtlbung erfahren
hatte. ©ie fel)r gütlichen Slrbeiten non ©elfft, NcoerS, Neuen
bienen als SSorbilber. gier bie Neprobuftion biefer Uftufter, welche
»orgugS weife in einfarbigem flehten SlrabeSfenwerle befielen, ge*
nügt baS ©rutfoerfahren, welches in neuerer 3eit mit grober
Sicherheit unb mit ber SBirfung Boiler färben gehanbhabt wirb.
3n ®ien Werben biefe SSaren, Welche faft pßllig wie £ianb*
malereien auSfehcn, in grober SSollfommenheit unb 31t billigen
greifen maffenhaft Ifergeftellt. gür mehrfarbige ©eforationen
hat man baS Verfahren erfonnen, nur bie fchwarjen Äonture
311 bruefen, bie Farben bagegen mit ber £>anb hüieingumalen.
(SS labt ftef) baburd) ber fPreiS natürlich febjr ermäbigen, unb
burcf) baS jpiueinmalen ber färben befommen bie Stücfe jene
frifche unb intereffante Ntannigfaltigfeit, welche ben gebrueften
Stücfcn abgeht. Sind) bie ©nglänber haben ©rudf waren Bon
gutem ©efehmaefe auSgeftellt. ©ie Stücfe finb in 3Wei Stonen,