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Full text: Das Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Nürnberg, Welcher fidj mit ber Imitation alter $öpferwaaren 
befcfjäftügt, weiß gute fBorbilber tu weniger glängertben färben 
mieber 31t goben. 3iedjt erfreulich finb bie Slrbeiten au» ßnaim 
in SCRäftren: gapencemalerei in einfachem hollänbifchen (Stile, meift 
nur blau unb Weif), welche auf Anregung beb öfterreicf)ifdfen 3Jtu» 
feumb in SBien an Stelle einer felfr nicbrig ftelfenben Sedjnif 
entftanben finb unb fiel) fefst bereis einen groben SJtarft ge= 
fdfaffen haben. 
§ür Stalien unb granfreidf, befonberS baS (elftere Sanb, 
ift 31t bemerfen, bah man fich nicht blos mit ber Nachahmung 
ber italienifchen SDtajolifen beguägt, fonbern auch bie hübfehen 
gahenccbeforationen, welche in ben Nieberlanben unb in granf* 
reich ün 17. unb 18. 3ah r hunbert üblich Waren, wieber aufge* 
nommen hat, befonberS jene Slaumalerci, welche urfprünglicb 
eine Nachahmung ber d)ineftfchen blaugemalten fPorjellane war, 
bie aber halb in (äuropa mit Sfenuhung beS im 17. ^ahrhunbert 
üblichen Ornamentes eine eigenthümliche SluSbtlbung erfahren 
hatte. ©ie fel)r gütlichen Slrbeiten non ©elfft, NcoerS, Neuen 
bienen als SSorbilber. gier bie Neprobuftion biefer Uftufter, welche 
»orgugS weife in einfarbigem flehten SlrabeSfenwerle befielen, ge* 
nügt baS ©rutfoerfahren, welches in neuerer 3eit mit grober 
Sicherheit unb mit ber SBirfung Boiler färben gehanbhabt wirb. 
3n ®ien Werben biefe SSaren, Welche faft pßllig wie £ianb* 
malereien auSfehcn, in grober SSollfommenheit unb 31t billigen 
greifen maffenhaft Ifergeftellt. gür mehrfarbige ©eforationen 
hat man baS Verfahren erfonnen, nur bie fchwarjen Äonture 
311 bruefen, bie Farben bagegen mit ber £>anb hüieingumalen. 
(SS labt ftef) baburd) ber fPreiS natürlich febjr ermäbigen, unb 
burcf) baS jpiueinmalen ber färben befommen bie Stücfe jene 
frifche unb intereffante Ntannigfaltigfeit, welche ben gebrueften 
Stücfcn abgeht. Sind) bie ©nglänber haben ©rudf waren Bon 
gutem ©efehmaefe auSgeftellt. ©ie Stücfe finb in 3Wei Stonen,
	        
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