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Full text: Das Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

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gelb unb braun, mit nolten glädfen gebrucft, jo baff fie and) in 
fpanbmalerei bei ber oolligen ©leichmäffigteit ber gläche nicht 
Kiel anberg auöfehen tonnten. 
3u ber eigentlichen 9Merei tommt alg wichtige ©rgängung 
in ber Äunfttepferei nod) bie farbig beljanbelte fpiaftif. Sßir 
haben im 16. 3af)i'f)unbert in gtalien reich mobellirte fPrad)t= 
gefäffe, Äannen, Seuchter, <Sd)reibgeuge unb- ähnliche» mit 
SDlcnfchen unb S^f^teifigureit, welche gang in ber Sßeije ber 9Jta= 
jülifateller bemalt ftnb. luferbem aber häben »ir in Italien 
bie Arbeiten bcä fiuca bcHa 9tobbia, in Seutfchlanb bie 3lr= 
beiten ber Stepferfamilie £irfchbcgel in Nürnberg, unb in 
grantreid) bie Arbeiten üou ®ernl)arb fpaliffb, Welche ben 
plaftiiäjen Shonftrn nicht jo wohl bemalten, als nielmehr mit 
Kerfctjxebenfarbigen ©lafuren bebcdten. 
2)iefe $e<hnit würbe in Sentjdlanb oornebmlich für bie 
Sfeninbuftrie angeWenbet. Sieben ben einfarbigen, meift grünen 
unb fchwargen Defcn entftanben buntfarbige, ebcnfo aber auch 
Ärüge unb ©eräthe, bei bercn 33el)antlung bie $auptfd)Wierig= 
feit barin lag, baff bie oerfd)iebenen ©lafuren leicht in einanber 
floffen. Uebrigens gelang eb teineöwegs immer, biefen Uebel= 
ftanb gu ßermeiben, nur bie wenigften Arbeiten ber gamilie 
fjirfchooget ftnb nach bicfer [Richtung hin rollig gelungen. fPa= 
liffv), welcher fiä) burch ben Cäifer unb bie Eingabe, mit 
welcher er bie (Srfinbung ber bunten ©lafuren oerfolgte unb 
beren ©ingelheitcn er in feiner (Setbftbiograpbw ergäbt, auch 
eine hohe perfbnlicbe Beachtung gefledert hat, tarn gu befonberg 
glücfltchen IKefuttaten. ©eine buntglafirten Steren ftnb in ber 
kugfühntng bie fhärfften, bie SJtobellirung ift oon fehr oer= 
fchicbenartigem ©haratter; feine ©eräthe ba&en nur gum tleinen 
S^eil Wirtlich gute gönnen, welche bem ©haratter beb SJtaterialg 
angepafst ftnb. Sticht feiten griff fPalifft) barin fehl, bafs er 
SKetallgeräthe abformte unb an biefen feine ©lafuren oerfuä)te,
	        
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