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ZufteUen, aber Weid; eine unjägliche SDlüfje, Welch ein ängftiic^eö Se=
rechnen ber ©chwere eines jeben Si)eiiS, ber forgfam abgeftütjt unb
unterlegt werben muff, l)at eS beburft, um jd)liefjlich ein braudj=
bares SKobell unb Don biejem irieber einige unnerlehte (Srent=
plare hei'ZufteUen, mäbrenb fich of>ne bie geringften Umftänbe
-Dutjenbe non ähnlichen SBaren in SRajoIifa anfertigen laffeni
(Sin berartigeS ©tüd wie baS grofje 33eden mit fltereiben, welches
nmn ÜRobeUmeifter SRantel in funftnollfter SBeifc noUenbet ift,
Wirb ficfjer, abgefeljen non feinem fünftlerijchen 2Bertf)c, bie höchfte
©eachtung als tecfjttijche Seiftung nerbienen unb wirft and) in
SiScuitmafje, bem SRarmor ähnlich, augerorbentlid) gut; fobalb es
aber farbig behanbett wirb, wie eS hier bei einem zweiten (Syent=
plare gefchehen, fann eS ben Ä'ampf mit ber SJtajolifa nicht
aufnehmen, tro^bem es ftd) in ber garbe bemfelben anzw
nähern jucht.
2)ie SSerfuche ber jföanufaftur, aud) in ber SDtalerei bie
ÜSorbilber ber Dtenaiffance ju benutzen, finb nicht eigentlich frud)t=
briugcnb. ÜJian wiH, ftatt ber ängftlich fleinen fpinfelführung
ber blanfen ^Porzellanmalerei, gern ben breiten tpinfelftrid) ber
iötajolifa erreichen; man wenbet ftch an einen Äünftler, ber nor
allem befähigt ift, geiftreiche beforatine arbeiten auSjuführen;
für eine 3Safe unb für einen ©ah twn 35effertteUern l) at auguft
non speiben bie amuthigften Äompofitioneu entworfen; aber trotj=
bem ift baS ßnbrefultat ein unglücflicheS. ®tefe ©fijzen, welche
in ifjrer flotten Befjanblung auf ffllajolifa gemalt non fcftlicher
fünftlerifdjcr SBirfung fein würben, finb für baS Porzellan zu
Wenig auSgeführt. Unter ben §änben beS 9MerS, Welcher fte
fopirt, nerwanbelt ftch ber flott anbeutenbe ©trieb in eine uw
nollenbet gebliebene Sinie, ber fecf htngefe^te $on in einen uw
behülftidjcm garbcnftcd. 9luf bem blanfen ©runbe beS jporzellanS
fteht alles nerwafchen unb trübe aus, was unter ber ner=