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Full text: Das Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

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fc^melgettbert ©lofur ber fütafolifa glänjenb unb hurmonifch er= 
fdfienen wäre. 
3)te ^Porzellanmalerei wirb eine ftdjere SBirfung nur bann 
erzielen, wenn fie ficß an bab Spließe unb (Slegante fjält. 
3)te ^Blumenmalerei ift baßer if^r eigentliche» gelb. SBenn man 
bie ffilumen nur einigermaßen leicbt beßanbelt, je fann man in 
ber bireftcn SHaturnacßbilbung außerorbentlid) weit gelfen unb 
barf üerfuchen, beit ganzen jauberifclfen ©djutelj ber natürlichen 
^flangcn auf biefent eleganten, beit feinften garbennüancen 3m 
geglichen Material toieberjugeben. 3« ber ^Blumenmalerei leiftet 
beim and) bie ^Berliner SDianufaftur feßr Slnerfenneubwerflfeb, 
obgleich and) hier bie fföhe ber Seiftungen beb oorigen 3 a h r = 
ßunbertb noch nicht wieber erreicht ift. 
3u ihrem Seftreben, aub bem SSanne ber engen ^orjellaw 
formen heraiWjutommen, zeigt bie iDtanufaftur felbft am beut= 
lidiften, bafj fie bie ©renje biefeb fötaterialb alb eine fünftlerifche 
Unbequemlichteit empfinbet. (Sb ift baher nicht abgufef>en, web* 
halb fid) biefelbc fo anbfcbiießlich auf biefcb dJiaterial befeßränft. 
SBeittt nicht alle Seichen trügen, fo wenbet fic£> für bie fünftlerifdfe 
©eite ber Töpferei bie allgemeine SSorliebe oöllig unb ganz ber 
äJtajolifa 31t, fo baß nicht einmal aub gefchäftlichen Stiidfid)ten 
bie ©efeßränfung auf fPorzellan für eine gabrif rathfam fein 
möchte, aber für eine SJianufaftur, wekße mit Staatsmitteln 
arbeitet unb fdjlicßlid) bod) nur imaginäre Erträge liefert, fann 
ber fomtneräielle ©tanbpunft burchanb nicht maßgebenb fein. 
SBenn bie SKanufaftur überhaupt ein Stecht haben foll, alb ©taatb= 
anftalt Weiter ju beftel)en, fo muß fie für bie ülubbilbung ber 
Äunft bienftbar gemacht werben. ©0 lange innerhalb ber Äunft= 
töpferei bab ^orjellan bab einzige anerfanntc Material war, hat 
fie ihre Aufgabe reblidf erfüllt unb eine faft unüberfeßbare Dteiffc 
ber gierlichften Malereien unb Silbwerfe ber ft'lcin=fpiaftif ge= 
feßaffen. SBar boiß felbft ein Mann wie ©dfabow für unfere
	        
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