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Full text: Das Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

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feiner Ätrdje, fte gelten über in bie feinen ©racirungen feiner 
Saffen, auf bie 33emalungen feiner ©efäffe unb ©eräthe. SDiefe 
©iufter Icnnen niemals unfchön fein, fte erreichen aber bet ©egem 
ftänben, bie in geiftiger Seife fünftlerifd) burdfgebilbet werben 
Icnnen, bocf) nur einen geringen Stfyeil beffen, wag man non ber 
crnamentirenben Ännft cerlangen fann. ©g ift ba£)er feijr bebenflich, 
wenn nufere europäifdfe Äunftinbuftrie bent orientalifdjen ÜBorbilbe 
and) in biefeS ©ebiet hinein folgt unb fid) nidft mehr bantit 
begnügt, Steppiche unb (Stoffe in perfifdfer Seife gu be£)anbeln, 
fonbern nun and) ©läfer unb $l)otitcaaren, §olg= unb ©letal!* 
arbeit mit perftfdfen ©tuftern Bergiert. 2)ag ift nidjt mehr ein 
Bernünftigeä Bnrüägreifen auf gute Sßorbilber, fonbern ein Stüif 
©tobe unb ©lofcetl)orl)cit. ©lau fann in ber biegmaligen 9luö= 
ftetlung nicht bab geringfte ©ebiet funftgewerbtid)er Slrbeiten burd'= 
tcanbern, offne miebcr unb immer Wieber auf fPerftfdjeg, <Stiine= 
ftfdjeg unb gapanifcheg gu ftoftcn. Sag auf biefe Seife ge= 
fdjaffen worben, ^at immer feine ©orgiige unb ift al§ 35urd)= 
ganggftufe für eine Bernünftige ©ehanblunggweife ftdferlidf Bon 
Sertf). Slber wir braunen unb bürfen eg nng nidjt Berfagen, 
unfere glafdgen mit etwab mehr als einem bloS ftilifirten 33lumen= 
mufter gu fdjmücfen. gn bem reichen Sdjatä unferer Sagen unb 
unferer ibealen SSorftellungcn beftfgen wir eine gülle Bon ©io= 
tioen, Weldje eine l)öl)ere geiftige 9lugfdjmü<fung biefer ©eräthe 
ermöglichen. Sir wollen auf unfern Srinfgerätf)en bie greube 
am fRebcnfafte bargefteltt ft'ften, fei eg burd) gedjenbe, luftige 
©cnoffen, fei eg burd) 33acdjug unb fein übermütf)igeg ©cfolge. 
Sir Wollen auf ben Saffen, Wenn fie einmal Bcrgiert werben, bie 
giguren non fpelben, aufbcngagbgeräthenbcngägerunbfeinefpunbe 
fefjcn, Stieg biefeg läfjt fid) gierlidj unb bcfdjeiben anbringen, ohne 
bafj eg bie Harmonie beg ©efäffeg gu ftörcn braucht, allcg bieg läget 
fid) einfügen in ben ffrang ornamentaler ©Übungen. ©g giebt 
an allen ©eräffgen SSSh^ibe r bie fonftruftio nidjt bebeutenb unb 
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