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bekannt geworden ist, besteht entweder aus Überfangenen kleinen Gelassen,
deren obere, manchmal aus verschiedenen Farben zusammengesetzte
Schichte bis auf einzelne Figuren oder Schriftzeichen weggeschliffen worden
i st _ Producte des vorigen Jahrhunderts — oder aus grosseren Scha en,
Dosen, Bechern u. dgl., die zumeist in unserer Zeit in böhmischen oder
thüringischen Hütten aus farbloser Masse geformt und mit farbiger uberfangen
oder auch nur mit sogenannter Lasur roth oder gelb überpinselt
und dann in China mit geometrischen Mustern geschliffen worden sind.
Von der ersteren Art haben wir Beispiele in Nr. 5451 5453, ,j , < ,
5470 etc., von der letzteren in Nr. 5442, 5443, 5444 etc. Vgl. Taf. IV.
Merkwürdigerweise scheinen aber die Chinesen die ersten gewesen
zu sein, welche Glas gepresst, d. h. nicht in Hohlformen geblasen -
was von den ältesten Zeiten her geschehen ist - sondern das Gelass
durch das Eindrängen eines Kernstückes in die in der Hohlform befindliche
Masse geformt haben. Chinesische Schalen, welche sich seit hundert
Jahren in europäischen Sammlungen befinden, und bisher für Nephiit
gehalten worden waren, sind neuerdings als Pressglas erkannt worden,
während dieses Verfahren erst seit etwa einem halben Jahrhundert in
Amerika und Europa gebräuchlich ist.
Auch die Japaner beschränkten sich bis vor Kurzem darauf, fremde
Glaswaare in ihrer Weise mit Lackmalerei oder Metall zu decoriren, wovon
das Museum einige interessante Proben in Nr. 3636, 3637, Taf. IV besitzt.
Von den Arbeiten der unter europäischer Leitung stehenden Staatsfabrik
in Schinagawa ist noch nichts zu uns gelangt.
Im Abendlande ist allerdings das Glas gewiss vom frühesten Mittelalter
an bekannt gewesen, das beweist schon die in den Dichtungen vorkommende
Erwähnung von Glasbergen und von Edelsteinen — weiche
der Strikker (XIII. Jahrhundert) in einem seiner kleineren Gedichte
ebenso angenehm für das Auge nennt, wie die echten — u. a. m. Aber
Glasgefässe scheinen sich doch erst spät neben den thönernen und metallenen
eingebürgert zu haben. Von künstlerischer Bedeutung wird die Glas-