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sichten zu Zugeständnissen veranlasst, wie 1549 gegenüber acht Muranesen,
welche in den Dienst Eduards VI. von England getreten waren. Genug,
es hat im XVI. Jahrhundert zahlreiche Glashütten nach venezianischer
Art in vielen Ländern Europas gegeben, in Italien selbst, in Spanien, den
Niederlanden, Lothringen, Frankreich, Deutschland; in Wien, wo nach
solchen ein Theil der späteren Jägerzeile Venediger-Au genannt worden
sein soll, werden schon im XV. Jahrhundert ein Glaser Onofferus von
Blondio aus Murano und ein Glasmacher Nicolaus Walch, also „der
Wälsche“, erwähnt. So lange an jenen Orten Arbeiter aus Murano thätig waren,
ist ohne Frage dort genau ebenso fabricirt worden, wie in Murano selbst,
und gewiss befinden sich in allen Sammlungen sehr viele Stücke, welche
nicht im eigentlichen Sinne venezianisch genannt zu werden verdienen.
Allmählich haben dann die Formen sich unter dem Einflüsse anderer
Lebensbedingungen und anderen Geschmackes, und unter den Händen
Eingeborener verändert, und hieraus lassen sich allenfalls Unterscheidungsmerkmale
feststellen. So ist mehrfach darauf hingewiesen worden, dass
die aus einem Weinlande stammenden Gefässformen in dem biertrinkenden
Norden nothwendigerweise Umwandlungen erfahren mussten; und damit
könnte man auch die grössere Derbheit, welche zumeist an allen Einzelheiten
der ausserhalb Veneziens geschaffenen venezianischen Gläser auffällt, in
Zusammenhang bringen, wäre sie nicht an spanischen ebenso wie an
belgischen etc. Arbeiten zu beobachten. Die Flügel und Kämme an nachweislich
fremdländischen Erzeugnissen sind selten so zierlich geschwungen
und gezähnt wie an den echten, während diese weniger häufig die mit
der Zange gepressten, an Cactusblätter erinnernden, kreuzweis schraffirten
Lappen zeigen. Für spanische Gefässe sind die vielen Henkel und henkelartigen
Ansätze und die mit Mangan gefärbten violetten Kämme charakteristisch.
Wir glauben jedoch auf einen Grundunterschied aufmerksam
machen zu dürfen. Die einfachsten wie die phantastischesten venezianischen
Gläser rufen uns, wie erwähnt, fast ausnahmslos Pflanzentypen in
Erinnerung. Die ersteren entlehnen wohl den balusterförmigen oder
gegliederten Stengel den architektonisch gedachten Gefässen des Alterthums,
nehmen auch wohl aus dem Mittelalter den Kelchknauf mit herüber;
dagegen mahnen die gewundenen und verschlungenen Stäbe der reicher
entwickelten Gefässe schon an Schlinggewächse. Und in der Cupa, ob sie
sich als einfache Glocke, Trichter, flache Schale öffnet, eingezogen oder