das Flaschengrün in lichteren und dunkleren Tönen, auch bräunliches und
graues Glas beliebt, und wurde mit Buckeln, Butzen, Knöpfen, Zacken,
Reifen u. dgl. verziert. (Vergl. Taf. VIII.) Für die Wahl des entschieden
farbigen Glases werden verschiedene Gründe geltend gemacht. Mathesius,
ein böhmischer Pfarrer, erklärt ausdrücklich, das grüne Glas sei günstig
für das Ansehen des blanken Weines; nach anderer Meinung wurden
aus solchen Gläsern die schon zu Ende des Mittelalters sehr beliebten
südlichen Weine getrunken. Eins schliesst das andere nicht aus, und
die ältere Gewohnheit, aus Thonkrügen zu trinken, liess wohl bei gewöhnlichen
Geschirren keinen zu hohen Werth auf die volle Durchsichtigkeit
der Masse legen, während diese für Luxusschalen um so mehr geschätzt
wurde.
Die Geschichte der älteren deutschen Glasfabrication ist zum wesentlichen
Theile eine Geschichte der Trinkgefässe, und leider sind wir bei
einer grossen Zahl von Ausdrücken, die sich in zeitgenössischen Schriftstellern
finden, lediglich auf Vermuthungen angewiesen. Willkomm und
Humpen wurden bereits erwähnt.
Der Willkomm, woraus die Franzosen Vidrecome (mit der Vorstellung
des Kreisens des Glases um eine Tafelrunde) gemacht haben, das Gefäss,
welches dem Gaste zur Begrüssung gereicht wurde, hatte ursprünglich
keine bestimmte Form, er konnte als Schiff, als Stiefel u. a. gestaltet sein,
doch scheint im XVI. Jahrhundert der grosse, mehr oder weniger cylindrische
Humpen vorzugsweise mit diesem Namen belegt worden zu sein.
In unserem Katalog ist die allgemeinere Bezeichnung festgehalten worden.
Die auf solchen Gläsern in opaken Farben dargestellten Gegenstände lassen
häufig schon einen Schluss darauf zu, ob der Humpen einstmals einer
fürstlichen Trinkstube, einem Rathhause, einer Zunft oder Gesellschaft,
einem bürgerlichen Hause oder wem sonst angehört habe; und man unterscheidet
Reichshumpen oder Adlergläser mit dem Doppeladler, der als
Bruststück das Reichswappen, den Reichsapfel, ein Crucifix o. a., auf
den Flügeln die Wappen von Fürsten und Städten zu tragen und mit
einer Umschrift umgeben zu sein pflegt (Nr. 5631, 7273), Kurfurstenhumpen
mit dem Kaiser und den sieben Kurfürsten, meistens zu Pferde
in zwei Reihen übereinander (Nr. 5467), Zunftbecher mit dem Wappen
des Gewerbes, Sprüchen zum Lobe des letzteren oder Widmungsinschriften
(Nr. 2904, 7273 u. a. Vgl. Taf. IX). - Das Glas Nr. 2165 mit tschechischer