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MAK

Full text : Die Glassammlung des K.K. Österreich. Museums

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besorgten.  Etwa  um  .700  scheint  die  Kugehrbeit,  das  Ausschlafen  von
grosseren  und  kleineren  Runden  oder  Ovalen  aufgekommen  zu  sein,  womit ­
  sich  die  Kugler  befassen.  Dagegen  verschwand  die  Anwendung  der
Farbe  vorläufig  fast  gänzlich,  oder  wurde  doch  auf  die  be,  dem  Doppc  -
glas  erwähnten  Decorationsarten  beschränkt.  Wie  ein  letzter  Nachklang
der  venezianischen  Periode  erscheint  das  Einschmelzen  farbiger  oder
goldener  Fäden  in  Stengel  und  Knäufe.  Da  die  oberflächliche  Vergoldung
bei  dem  Gebrauche  bald  abgerieben  wird,  schnitt  man  spater  die  Or
mente  tief  in  das  Glas  ein  und  bettete  das  Gold  in  die  kerbenartigen  ertiefungen.
  So  z.  B.  Nr.  7283  und  4860.
Die  schönen  böhmischen  Gläser  aus  dem  XMI.  un  .  air
hundert  haben  in  der  That  grosse  Aehnlichkeit  mit  Krystallgefässen.  n
ebenmässig  gebaute  Pocale  -  welche  Form  nun  besonders  bevorzugt
wird  —  sind  Blumen-  und  Fruchtgehänge,  Arabesken,  Wappen  u.  .
klar,  auf  den  vollen  Glan,  geschliffen,  d.  h.  die  Trübung  der  Oberfläche
durch  das  Graben  des  Schleifrades  ist  durch  Auspohren  wieder  beseitig  ,
und  die  Zeichnung  der  Verzierungen  zeigt  noch  die  Schule  der  Renaissance.
Aber  das  Glasschneiden,  wobei  der  Künstler  das  Arbeitsstück  frei  in  der
Hand  gegen  das  Rädchen  halten  muss,  ist  eine  äusserst  schwierige  mu
selige  und  zeitraubende  Arbeit  und  daher  theuer.  Ein  Feh  schnitt
kann  das  ganze  Stück  unbrauchbar  machen,  auch  Bruch  kann  leicht  Vorkommen. ­
  Deshalb  wird  in  der  Regel  auf  das  Klarschleifen  verzichtet  oder
man  belebt  wenigstens  die  matte  Zeichnung  nur  durch  klare  Perlen,  1
dann  wie  Edelsteine  hervorleuchten.  Auch  ist  natürlich  neben  ausgezeichneten ­
  Arbeiten  viel  Mittelgut  und  Gewöhnliches  gemacht  worden,  un
insbesondere  das  Figürliche  oft  schwach.  (Vergl.  Taf.  X,  X  .)
Aber  der  neue  Glasstil  eroberte  rasch  die  ganze  Welt,  verdrängte
den  venezianischen,  und  wie  wir  gesehen  haben,  suchte  die  IndustrieJ° n
Murano  im  vorigen  Jahrhundert  in  der  böhmischen  Schule  Hilte^  Un
nehmungsgeist  und  kaufmännisches  Geschick  der  nordbohmischen
völkerung  hatten  einen  beträchtlichen  Antheil  an  den  Erfolgen  des  heimischen ­
  Gewerbes.  Zuerst  mit  ihrer  W^aare  aut  dem  Rucken  dann  mi
Schubkarren  und  Fuhrwerk  durchzogen  die  Verleger  ganz  Europa  und
auch  überseeische  Länder,  gründeten  Niederlassungen  und  regelten  die
Fabrication  nach  den  Bedürfnissen  und  dem  Geschmacke  dei  rem  e.
(Ausführliches  hierüber  bei  Schebek,  Böhmen’s  Glasindustrie  und  Glas-
            
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