MAK

Full text: Das Kaiserl. Königl. Österreichische Museum für Kunst und Industrie

Um das Museum in der iür dessen Wirken unentbehrlichen steten 
Berührung mit Gelehrten, Künstlern und Industriellen aller Theile des 
Reiches zu erhalten, wurde die Institution der Correspondenten auch bei 
dem Museum eingeführt. Allein man fand es rathsam, dem Director 
noch unmittelbarer den Rath und die Unterstützung von Männern zu 
sichern, welche in verschiedenen Lebensstellungen das allgemeine Ver 
trauen geniessen und ihr Interesse und Verständniss für die Aufgaben 
des Museums bewährt haben. 
Zu diesem Zwecke wurde — zum ersten Male bei einer kaiser 
lichen Anstalt — dem Director ein Curatorium an die Seite gestellt. 
Diese Institution hat sich in hohem Grade nützlich erwiesen, und kaum 
würde das Museum in der Lage gewesen sein, so erfolgreich seine 
Mission durchzuführen, wenn nicht in dem Curatorium sich Männer 
gefunden hätten, welche die Leitung ausdauernd, einsichtig und hin 
gebend förderten. 
In dieses Curatorium wurden zuerst im April 1864 durch Se. 
kais. Hoheit dem Erzherzog-Protector berufen Se. Durchl. Johann reg. Fürst 
von und zu Liechtenstein, Se. Durchl. Vincenz Karl Fürst Auers 
perg, wirkl. Geh. Rath und Oberstkämmerer (f), Ihre Excellenzen Eugen 
Karl Graf Czernin von und zu Chudenitz (f), Edmund Graf Zichy von 
Vasonikeö, FZM. Franz Ritter von Haus lab, Dr. Fernand Stamm, 
Reichsraths-Abgeordneter, Professor an der Akademie der bild. Künste, 
Karl Radnitzky, Architect Heinrich Ferstel, Consul Ferdinand 
Friedland (f), Universitäts-Professor Ernst Brücke, und in Folge 
Vorschlags der n. ö. Handelskammer und des Gemeinderathes von Wien 
die Herren. Fabrikant Franz Ritter von Wertheim und Gemeinderath 
Achilles Melingo. 
Die Bevölkerung Wiens wendete dem neugegründeten Museum 
rasch die regste Theilnahme zu. Die Ziffer der Besucher betrug durch 
schnittlich in jedem Jahre mehr als 100.000, und die (hier nicht mit 
eingerechnete) Zahl der Zeichner, Arbeiter, Schüler u. s. w., welche das 
Lese- und Zeichenzimmer frequentirten, war in stetem Steigen. 
In den Kronländern wurden theils Filial-Ausstellungen des Museums 
in’s Leben gerufen, theils betheiligte sich dasselbe an von andern Seiten 
unternommenen gewerblichen Ausstellungen durch Uebersendung von 
musterhaften Arbeiten aus denjenigen Industrien, welche in den betreffen 
den Gegenden bereits gepflegt werden oder doch den geeigneten Boden 
dazu vorfinden. 
Die erste Filial-Ausstellung wurde im September 1865 inLeitmeritz 
veranstaltet und ermuthigte durch den grossen Anklang, welchen der 
Gedanke in diesem gewerbfleissigen Bezirke fand. Von dem Ertrage der 
Ausstellung wurden geeignete Gypsabgüsse für die Oberrealschule des Ortes
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.