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getrieben, haben an den Ecken die Symbole der vier
Evangelisten. Das erstere, aus dem XIV. Jahrhundert,
enthält in der Mitte die Krönung Mariens, und Darstellungen
aus dem Leben Christi, oben die Dreifaltigkeit,
unten den Tod Mariens auf Pergament gemalt. Die zweite
Tafel ist einfacher, mit zwischen den Feldern durchlaufendem
Ast- und Blattwerk geziert, das mit der Punze
in unbeholfener Weise ausgeführt wurde, und circa um
ein Jahrhundert jünger (Nr. 296 und 297).
Die kleine vor dem Fenster gestandene Vitrine enthielt
mehrere sehr kostbare Gegenstände, als: ein
Tintenzeug , dessen sich die verstorbene Kaiserin
Maria Theresia (f 1807), Grossmutter Sr. Majestät des
Kaisers Franz Josephs, bediente. Es ist ein Werk aus
den letzten Jahren des vergangenen Jahrhunderts, und
besteht in seinen Hauptbestandtheilen aus Malachit in
vergoldeter Bronce gefasst; an einzelnen Stellen ist
^ reicher Mosaikschmuck angebracht.
Die hier aufgestellt gewesenen fünf kostbaren Goldgefässe
(Münzbecher) wurden dem Schatze des Herzogs
Adolph vonNassau entnommen. Die zwei grösserenPocale,
sammt Deckel auf Ständern, enthalten je 139 Münzen, aus
der Zeit der Kai serAugustus bisCommodus; diekleineren
(2 Becher mit Deckel mit je 31, 1 Schale mit Deckel mit
41 Münzen) aus der Zeit des Antoninus pius, Faustina
sen. und Marc Aurel.Die Gefässe sind im Innern des Fusses
mit dem in Email ausgeführten Wappen des Kurfürsten
Johann Hugo von Trier, der dieselben anfertigen Hess,
und überdies an dem Obertheil des Deckels mit emaillirten
Bouquets geschmückt. Die beiden grösseren pocalförmigen
Gefässe sind am reichsten ausgestattet. Zn Trägern
der Schalen wurden fein geformte Figürchen verwendet,
und im Deckel in herrlicher Emailmalerei die Porträte
der Kaiser Leopold Lund Joseph I.angebracht, umgeben
von einem aus Diamanten und Smaragden gebildeten
Kranze. Über die Entstehung dieser Kostbarkeiten gibt
die am Fusse der erwähnten grösseren Gefässe angebrachte
Inschrift Aufschluss. Sie lautet: Haec numismata
veterum imperatorum anno 1691 in agro wesaliensi
prope perscheid inventa. Joos Hugo d. g. archiep.
treviren. pr. elector eps. spir. in liunc ordinem et usum
redigi curavit. Ferner enthielt diese Vitrine fünf Stück
der herrlichsten Emailportraits , davon einige der
Künstlerhand Petitot’s entstammen; zwei sehr zierliche
Fig. 10. (Melk.)
medaillonförmige Keliquiencapseln mit Perl und Emailbesatz
(XV. und XVI. Jahrhundert), Eigenthum der
Stadt Wiener-Neustadt (Nr. 162 und 163); das ältere
Kleinod soll aus Rom stammen, von wo es zwei aus
Wr.-Neustadt zur Krönung Friedrichs IV. abgeordnete
Magistratspersonen als päpstliches Geschenk mitbrach-