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Full text: Die österr. kunsthistorische Abtheilung auf der Wiener Weltausstellung (Exposition des amateurs)

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eigentliche Kreuzpartikel aufbewahrt. Im Ganzen ist die 
vordere Kreuzfläche mit 170 Steinen geschmückt, die 
den dünnen Goldblechen, die das Kreuz bekleiden, 
angefügt sind, darunter Saphire und andere werthvolle 
ungeschliffene Edelsteine, auch gibt es schöne Onixe 
und Carneole, mitunter wurde auch an Stellen, wo Edel 
steine abhanden gekommen waren, geschliffenes far 
biges Glas eingefligt. Unter diesen Steinen befinden sich 
drei egyptische Skarabäen oder Käfer, einer in Amethist, 
zwei in Carneol geschnitten, dann 24 verschiedene alte 
Gemmen in Carneol, Amethist, Lapis Lazzuli, Achat 
und Onix geschnitten. Die Zwischenräume der ge 
fassten Steine sind mit feinem doppeldrähtigem Filigran 
in schwungvollen Zeichnungen decorirt. 
Die Rückseite des Kreuzes ist durchwegs mit ver 
goldetem Metall überzogen. In fünf Öffnungen, die mit 
(St. Paul.) 
feiner durchbrochener Arbeit geschlossen sind, waren 
früher an hundert Heiligenreliquien aufbewahrt. Selbe 
sind nicht mehr darinnen, die Namen der Heiligen aber 
befinden sich auf der Metallfläche kräftig eingravirt. I m 
diese fünf Öffnungen zeigen sich gravirte Heiligen 
gestalten. In der Mitte etwas grösser ausgeführt der 
triumphirende Heiland und an den Kreuzesbalken die 
Evangelistenzeichen mit stark byzantinischen Anklang. 
Am Fusse des Kreuzes ist zu lesen: „Claudit hic dign 
crucis alme portio ligni de tunica, aspersa sanguine 
Panonici Regis dedit uxor Thac. Adilheidis. Dominus 
Guntherus Abbas patravit lianc crucern.“ 
Die Geschichte dieses Kreuzes lässt sichin Folgen 
dem zusammenfassen. Die Kreuzpartikel wurde vor dem 
Jahre 1077 durch die Königin Adelheid dem Stifte 
St, Blasien unter seinem Abte Gisilbert (1068—1086 
Fig. 51. (St. Paul.)
	        
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