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Full text: Die österr. kunsthistorische Abtheilung auf der Wiener Weltausstellung (Exposition des amateurs)

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die Volute der einen Seite bereits weggebrochen. Die 
Krücke ist mit dem Stabe nicht unmittelbar, sondern 
nur mittelst eines Nagels derartig verbunden, dass ein 
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Fig. 77. (Matzen.) 
Zwischenraum bleibt, welcher früher von einem als Ver 
mittlungsglied dienenden Ringe, der jedoch jetzt fehlt, 
ansgefüllt war. Exemplare dieser Art des bischöflichen 
Stabes gehören zu den grössten antiquarischen Selten 
heiten. 
Der romanische Krummstab im Benedictiner-Stifte 
6 ö 11 w e i g in Nieder-Österreich stammt aus dem XI. Jahr 
hundert. Von demselben ist nur mehr die elfenbeinerne 
Krümme (Fig. 2tf)) vorhanden. Der Original-Schaft ist 
verloren gegangen und gegenwärtig durch keinen ande 
ren mehr ersetzt worden. Die fast kreisrunde Krümmung, 
welche im Durchmesser 4" 4” 1 misst, wird durch einen 
ein- und einhalbmal gewundenen Schlangenleib gebil 
det. Obwohl der Rest dieses Stabes in künstlerischer 
Beziehung von wenig Bedeutung ist, so ist er von um 
so grösserer Wichtigkeit rUcksichtlich der an demselben 
befindlichen, nach den beiden Aussen seiten sehr flach 
gearbeiteten Darstellungen inner der Krümmung. Da 
selbst befinden sich zwei Vögel mit stark emporgerich 
teten Schweifen (Pfauen nicht unähnlich, vielleicht 
auch Tauben?), deren Gattung sich aus der Kunstform 
selbst nicht bestimmen lässt. Sie stehen gegen einander 
gewendet auf dem Schlangenleibe der Krümmung, und 
haben ihre Hälse in einander verschlungen. Beide Vö 
gel halten gemeinschaftlich mit ihren Schnäbeln den 
Stiel einer in die Höhe gerichteten, kreuzartig geform 
ten Pflanzenbildung, gegen welche der oberhalb ange 
brachte Rachen derSchlange geöffnet ist. Die Auslegung 
der Darstellung ist je nach der Art der beiden Vögel 
eine verschiedene, indem es nur der Symbolik der 
den heiligen Geist vorstellenden Taube entspricht, 
wenn man eine Vertheidigung des Kreuzes durch die 
Tauben annimmt, während in dem Falle, als die beiden 
Vögel Pfauen vorstellen, was wahrscheinlicher ist, die 
Annahme des Bekämpfeus des mittelst des Kreuzes 
repräsentirten Christenthums durch diese, die Hoffart 
vorstehenden Tliiere in Gemeinschaft mit der Schlange 
mehr Wahrscheinlichkeit für sich hat. 
Ein romanischer Krummstab desBenedictiner-Stiftes 
Admont in Steiermark aus dem XL Jahrhunderte. Die 
ganze Krümmung und die beiden Noden des Stabes 
sind von Elfenbein, der mit dem Obertheil nicht gleich 
zeitige Schaft und das Vermittlungsglied der beiden 
Noden sind von Holz. Die Curvatura hat im Durch 
schnitte 3" 6'". Der untere Nodus ist ganz einfach und 
hat eine kugeliche oben und unten etwas abgeplattete 
Form. Der zweite, etwas kleinere Nodus ist in einiger 
Entfernung Uber dem ersteren angebracht, und aus 
diesem entwickelt sich unmittelbar die nicht ganz ein 
mal gewundene Schnecke, deren sich allmählig verjün 
gender Krümmungskörper an den beiden Aussenseiten 
mit grösseren und kleineren kreisrunden und theilweise 
schwarz gebeizten Vertiefungen in ziemlich roherWeise 
verziert ist, und mit einem nach aus- und abwärts ge 
richteten Schlangenkopfe endiget (Fig. 28). Inter 
essant ist die im Innern der Krümmung befindliche, 
leider bereits gebrochene, in naiver Weise gearbeitete 
Gruppe. Sie stellt ein geflügeltes, ganz ruhig stehen 
des Pferd vor, dessen Maul ein sehr ornamental ge 
haltenes Kreuz berührt , eine sehr seltene Darstel 
lung. Auf dem Flügel zeigen sich einige Verzierungen. 
Ein romanischer Krummstab des Benedictiner-Stiftes 
Altenburg in Nieder-Österreich aus dem XII. Jahr 
hundert. Von diesem Pastorale ist nur noch der Obertheil,
	        
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