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Full text: Die österr. kunsthistorische Abtheilung auf der Wiener Weltausstellung (Exposition des amateurs)

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Fig. 93. (Salzburg.) 
Infer et ardorem, superum qui nutrit amorem. | Ave 
tuum nomen mihi da solamen et omen, | A me Virgo 
pia, triplices expelle Maria, | Höstes, atque veni, et me 
sacro flamme leni; | Divinas laudes superans super 
aethera plaude. Eine ähnliche Borte erscheint zu den 
Stolen verwendet, docli hat sie keine Inschrift. Ferner 
ist hervorzuheben, dass auf den beiden dreiseitigen 
Flächen, die auf jedem Coinu durch den aufsteigenden 
titulus gebildet werden, ein zierlich gewundenes Pflan- 
zenornament mit Kleeblättern sich zeigt, das wahr 
scheinlich mit Goldfarbe auf Seidenstoff gemalt wurde. 
Den bedeutendsten Schmuck dieser Infel bilden die 
schönen silbervergoldeten Filigran-Agraffen, mit denen 
dieses prunkvolle Gewandstück reich besetzt war, von 
denen jedoch gegenwärtig bereits eine beträchtliche 
Anzahl fehlt. Sie sind von zweierlei Form. Nämlich 
jene auf den dreiseitigen Cornuflächen bilden in ihren 
zierlichen Windungen die Kleeblattform, jene hingegen, 
mit denen die aurifrisia undstolae in gleichen Zwischen 
räumen besetzt sind, haben die Form von schnecken 
förmigen Windungen. Diese schönen und zarten Agraf 
fen beiderlei Form sind endlich auch in geschmack 
voller Weise mit Korallenknöpfchen besetzt. Die Spitze 
jedes cornu ist überdies noch mit einem kleinen Metall- 
Ornamente versehen. 
Die zweite romanische Infel wird mitra stellata 
genannt, weil sie mit einer grossen Anzahl kleiner 
Sterne, die mit verschiedenfarbigen Seidenfäden auf 
den Grundstoff gestickt wurden, verziert ist. An den 
Schilden der Infel befinden sich grössere Sterne mit un 
gleich langen Flammenstrahlen, welche dem Ganzen 
einen mehr phantastischen, orientalischen Charakter 
verleihen. Auch diese Infel war einstens mit Goldborden, 
sogenannten aurifrisiae geschmückt, aber seit unvor 
denklichen Zeiten sind sie nicht mehr vorhanden. XII. 
Jahrli. 
Die dritte romanische Infel, mitra simpliciter 
aurifrigiata, trägtim allgemeinen denselben Kunst 
charakter wie die vorigen, ist aber bedeutend höher, 
was seinen Grund lediglich darin haben dürfte, dass am 
unteren Bande eine ausserordentlich breite Goldborde 
von normännisch-sizilianischem Charakter herumläuft. 
Der Grundstoff ist weisse dessinirte Seide. Besonders 
sind auffallend die an der Infel rückwärts herab- 
Fig. 94. (Raigern.)
	        
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