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Full text: Die österr. kunsthistorische Abtheilung auf der Wiener Weltausstellung (Exposition des amateurs)

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Mosaik-Reliefs, darstellend die Verkündigung Marien’s 
nach dem bekannten Bilde Fiesole’s (Nr. 371), eines Haus- 
altärchens mit schönem Elfenhein-Diptychon (Nr. 381), 
eines sehr zierlichen gothischen, silbernen vierpass 
förmigen Reliquiar’s zum Anhängen, aus dem XV. Jahr 
hundert (Nr. 388), des Rosenkranzes eines geistlichen 
Ritters, die Kugeln von Eisen mit Silber und Gold 
tauchirt (Nr. 461), eines grossen Crucifixes von Elfen 
bein aus dem XVII. Jahrhundert (444) und eines Haus- 
altärchens mit Flügeln, darauf sehr feine Holzschnitze 
reien. 
Indem wir uns auf das früher Uber die Krummstabe 
Gesagte beziehen, geben wir hier eine gedrängte Beschrei 
bung des Krummstabes aus dem Stifte Raigern. 
Der Obertheil ist aus vergoldetem Messing, der Schaft aus 
Messing angefertigt, letzterer, der den spät-gothischen 
Charakter an sich trägt, unzweifelhaft ein jüngerer Er 
satz für den ursprünglichen, wahrscheinlich hölzernen 
Stiel. Der Nodus besteht eigentlich aus drei Theilen, 
deren oberer und unterer achtseitig ist, der dritte Theil 
klein , ringförmig und in einer Art Einkehlung Zwi 
schenteil beiden anderen Theilen angebracht. Aus dem 
Nodus entwickelt sich die schön gebogene Krümmung 
mit einer Rückbiegung beginnend. Dieselbe ist an 
ihrem oberen Rande mit dünnen, wellenförmig einge 
kerbten, eine einfache Schlinge bildenden Krabben be 
setzt. Auf den beiden flachen Aussenseiten der Krüm 
mung findet sich je eine Inschrift auf dunkelrothem und 
dunkelblauem Emailgrunde mit gothischen Minuskeln 
zwischen goldenen niellirten Laubverzierungen. Die 
Inschrift lautet : Christus vincit, Christus regnat, Christus 
imperat, — Jhesus autem transiens per medium illorum 
ihat. Die Mitte der Krümmung ziert ein Doppelreliel 
aus Elfenbein, jüngere Arbeit, dessen Darstellungen mit 
der erwähnten Inschrift im Zusammenhänge stehen. Die 
eine Seite des Reliefs zeigt die Mutter Gottes mit dem 
Kinde am Arme, an den Seiten je ein Engel mit einem grün 
bemalten Stab, die andere Seite den gekreuzigten Er 
löser mit Maria und Johannes. Beide Flachseiten sind mit 
Fig. 106. (Linz.) 
sind von mustergültigen Formen. Das Franzensmuseum 
zu Brünn stellte ein kugelförmiges Ciborium aut schlan- 
kemFusse von Messing aus, das noch aus dem XVI. Jahr 
hundert stammt. Auf selbem finden sich folgende In 
schriften : Am Fusse: ego sum panis, auf der Schale. 
hoc est corpus jesu christi, am Deckel: corpus dni 
nostrijesu j- (Fig. 63, Nr. 491). Das den Deckel krönende 
Patriarchenkreuz dürfte eine jüngere Zuthat sein. 
Der beengte Umfang, den wir dieserBesprechung wid 
men können, nöthigt uns, mancher immerhin werthvoller 
Gegenstände nur kurz zu erwähnen, wie eines hübschen 
Fig. 107. (Velthurns.) 
Mährisch-Trübau unter Ladislaus von Zierotin (1597 
bis 1620). Dieses Kelches bedienten sich die mährischen 
Brüder. Schöne Arbeiten repräsentiren die ndt reichem 
Filigranbesatz gezierten Messkännchen des Augustiner- 
Stiftes in Brünn, ferner die silberyergoldeten Mess- 
kännchen sammtTasse und eine desgleichen Kanne sammt 
Tasse des StiftesNeureisch (Nr. 406, 386und407). Diese 
Gegenstände, obgleich dem XVIII. Jahrhundert angehörig,
	        
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