Gegen ständ e aus G a 1 i z i e n und der Bukowina. Bemerkenswert]!
sind drei Kelche und ein Crucifix mit Maria
und Johannes, Eigenthum des Domcapitels zu Tarnow.
Kelche und Kreuz sind sehr schön, im gothischen Style
ausgeführt und mit Emails reich verziert. Die Noden der
Kelche sind von ungewöhnlicher Grösse und bilden
grosse und reich geschmückte Capellen, eine Anordsteliung
des Sieges Christi (1610) und gehört dem
griechisch-orientalischen Kloster Dragomirna (Nr. 509),
das dritte endlich (Nr. 514) gehört dem Kloster Putna
in der Bukowina. Noch sind zu erwähnen zwei aus Holz
geschnitzte Vortragekreuze mit doppelten Querbalken
nung, die mit Rücksicht darauf, dass Stiel und Nodus
die Stellen sind, an denen diese Gefässe ergriffen werden,
durch die scharfen Ecken und Kanten das Ergreifen
schwierig und unangenehm macht.Von interessanter
Form ist das aus 1591 stammende und dem griechischorientalischen
Kloster SuczavitzagehörigeCiborium; es ist
aus vergoldetem Silber angefertigt und stellt eine Kirche
mit drei Thürmen vor. Hier fanden sich auch drei Kirchenbücher
mit interessanten Einbänden, das eine, dem
Kloster Suczavitza gehörig. Ein auf Pergament geschriebenes
Evangeliarium hat einenEinband aus vergoldetem
Silber, auf der Vorderseite in flach getriebener Arbeit
Christus, den Klosterstifter und seine Frau in den Himmel
aufnehmend, auf der Rückseite die Darstellung des
Todes der heiligen Maria, vom Jahre 1607 (Nr. 500);
das andere hat am gleich behandelten Deckel die Darund
reich geschnitzt, aus 1560 und 1600, und eineRipide,
eine Art Schirm in Form eines Vierpasses, zum Vortragen
bei Processionen aus dem Jahre 1479, sie ist ans vergoldetem
Silber angefertigt, durchbrochen und mit reicher
Filigranarbeit ausgefüllt.
Von anderen Gegenständen sei erwähnt: ein Trinkhorn
mit reich verzierter Silberfassung des XVII. Jahrhunderts,
der Bergwerksdirection in Wieliczka gehörig
(Fig. 117, Nr. 501), eine sechseckige Uhr von Bronze auf
6 Füssen mit dem Zifferblatte auf der oberen Fläche aus
dem XVII. Jahrhundert; ein silberner Becher aus 1681 von
runder Form mit Gravirungen, deren Darstellungen sich auf
dieMitwirkung der Polen von Wien am Entsätze beziehen,
beides Eigenthum des Wladimir Gnievosz; ein Becken
sammt Kanne aus Silber, vergoldet, Eigenthum der
jüdischen Cultusgemeinde in Brody (Nr. 518), endlich
ein Sattel sammt vollständigem Reitzeug und Schild,
Eigenthum der Gräfin Walewska, ersterer mit Silber
Fig. tll. (Wien.)
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