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Wir sehen also den Mohnhau in höheren und tieferen Lagen, im Norden und Süden,
Osten und Westen, am meisten aber in der Mitte des Landes — die sog. Hanna bei Prossnitz,
Kremsier, Olmütz und bei Littau — immer aber nur auf sehr minutiösen Ackerparcellen
des Kleingrundbesitzes — zerstreut, und das Product meistens zu ordinärer Backerei im
Hause, sogenannten Buchteln, verwendet; hie und da wird Oel gepresst, auch sind einzelne
Versuche für Opiumbereitung gemacht worden, was officinell allerdings schon lange geschieht.
14. Anis-, Fenchel-, Kümmelbau.
Die Cultur von Anis, Fenchel und Kümmel scheint eher im Rückschreiten, wenn die
Anbauflächen von früher, mit jenen von 1871 verglichen werden können.
Nach dem „stabilen Kataster“ war angenommen:
442 Joch mit 1L7 Metzen per Joch, daher 5171 Metzen im Ganzen;
nach der Ernte-Statistik 1871 aber:
372 Joch mit 9 - 2 Centner per Joch, daher 3445 Centner im Ganzen; (wohl bemerkt die
verschiedene Einheit: Metzen und Centner.)
Der Gewürzpflanzenbau beschränkte sich 1871*) auf folgende:
Fläche
Gerichtsbezirke i in
(Jochenj
Ertrag in Centner
Gerichtsbezirke
h lache I Ertrag in Centner
Jochen! pr. Joch im Ganzen
pr. Joch
im Ganzen
Auspitz in 2 Gmdn.
Austerlitz in 9 Gmdn.
Brünn in 1 Gmde. .
Butschowitz in 1 G.
16
62
2
8
2'0
13-1
12-0
12-0
32
832
24
96
Joslowitz in 10 G..
Kromau in 1 Gmde
Wischau in 5 Gmdn.
Znaim in 31 Gmdn.
129
4
42
109
4-2
10-0
14-0
11-8
538
40
588
1.295
Da sich nur der Kleingrundbesitz am Gewürzpflanzenbau betheiligt und demselben nur
minutiöse Ackerpartikeln gewidmet werden, die sich dem Auge leicht entziehen, so kann auf
die nachgewiesenen Ziffern wohl kein Gewicht absoluter Sicherheit gelegt werden; die Richtigkeit
beider Flächenpositionen aber angenommen, stellt sich eine Anbauverminderung von 70
Joch gegen früher heraus.
Der Gartenbau, d. h. 15. Obst- und 16. Gemüsebau,
hat ebenso wie jede andere Cultursgattung Mährens seine bedeutungsvollen Phasen — extensiv
und intensiv durchgemacht, wie dies prägnant die im Eingänge unserer Darstellung nachgewiesenen
Flächenziffern errathen lassen, welche:
a) nach dem Josefinischen Kataster von 1785 . 5-00 Quadrat-Meilen,
b) nach dem stabilen Kataster von 1835 . . . 4'08 „
c) nach der Ernte-Statistik von 1871 .... 3-94 „
Gartenland für Obst- und Gemüsebau constatiren.
Zur Zeit des erstgenannten josefinischen Katasters befand sich ein grosser Theil des
Dominicalbesitzes noch in Händen von Klöstern, welche ausgebreitete Gärten mit Obst und
Gemüse pflegten, die neuerer Zeit dem Geschmack an englischen Parkanlagen weichen mussten.
“) Anis, Fenchel, Kümmel — illustrirt auf Karte IV; die Ernte-Ergehnisse von 1872 siehe rückwärts
im Tableau 38.