18
zwar vom Kleingrundbesitz. Nach der Ernte-Statistik v. J. 1871*) sollen namentlich die Ge
richtsbezirke: Auspitz, Klobauk Br. Kr., Boskowitz, Kunstadt, Datschitz, Jamnitz, Teltsch,
Steinitz, Strassnitz, Gr.-Meseritsch, Schildberg, Holleschau, Bistritz am Host., Wisowitz, Hra-
disch, Iglau, Kromau, Littau, Könitz, Mähr.-Trübau, Zwittau, Mistek, Frankstadt, Neustadtl,
Bystritz Igl. Kr., Saar, Freiberg, Fulnek, Prossnitz, Plumenau, Altstadt, Wiesenberg, Liebau,
Namiest, Ung.-Brod, Klobouk Hrad. Kr., Roznau, Wsetin, Weisskirchen, Leipnik, Austerlitz,
Butschowitz — keinen Gemüsebau nachzuweisen gehabt haben, was bei einigen klimatisch
begründet erscheint, bei anderen aber einer Berichtigung bedarf, welche nach und nach wohl
endlich erreicht werden wird.
Die Umgebung der Städte: Brünn, Olrnütz, Znaim, Hradisch, Kremsier, Eibenschitz,
Wischau, Bisenz, Göding u. s. w. ist es zunächst, wo der Gemüsebau im freien Felde garten-
mässig betrieben wird — bekannt sind die Eibenschitzer Spargel, Znaimer Gurken, Brünner
Karfiol u. s. w., doch auch Melonen etc., in der Weinbauzone Mährens allenthalben gezogen.
17. Der Weinbau
ladet zu einer detaillirteren Betrachtung ein, weil sein Product hoffen darf, in der Weltaus
stellung 1873 in Wien jene Anerkennung zu erwerben, die ihn in den Welthandel bringen
könnte.
Mähren erfreut sich des Weinbaues nur im südlichsten Drittheil des Landes, u. z. bis
zu 49° 15' nördl. Breite oberhalb Brünn bei Obfan, westwärts bis zu 33° 30' östl. Länge
bei Baumöhl nächst Znaim, ostwärts bis zu 35° 25' östl. Länge bei Sumitz nächst
Ung.-Brod.
Die Grenzlinie der Weinbauzone Mährens lässt sich auf jeder Ortskarte durch eine
Curve darstellen von Baumöhl über Pöltenberg. Zuckerhandl, Durchlass, Dannowitz, Kanitz,
Dubian, Eibenschitz, Stfelitz, Schebetein, Komein, Obfan, Lösch, Siwitz, Jezera, Witowitz,
Letonitz, Butschowitz, Grosslowtschitz, Kosteletz, Oswietiman, Brzestek, Traplitz, Napagedl,
Brzezolup, Paschowitz, Polichno — bis Sumitz! am Fusse der Karpathen — und zurück über
Niwnitz, Borschitz, Lauka, Tasow, Kniezdub und Radiow längs der Karpathen-Abdachung. —
Die in solcher Art gezogene Curve zeichnet prägnant die W e i n b a u z o n e Mährens — und
beinahe auch die Flachsbauzone, welche über die anderen zwei Drittheile des Landes mit
geringen Unterbrechungen sich hinzieht, wie diess schon vorhergehend bei Besprechung des
Leinbaues angedeutet worden ist.
Den Flussgebieten nach sind es hauptsächlich die Gelände an der Schwarzawa,
Zwittawa, Iglawa, Thaja und March, welche an ihren Südseiten mit Weincultur abwechseln.
Dem Gebirge nach sind es die Ausläufer der Sudeten von Nordost her, des böhmisch
mährischen Grenzgebirges von Nordwest her, der Karpathen von Osten her, des Marsgebirges
und der sog. Polauer Berge im Inneren Mährens, welche die Weinberge tragen — immer nur
zwischen 600 bis 1200 Fuss absoluter Elevation.
In geognostischer Beziehung ist es also ebensowohl Syenit und Trachyt, wie Sand
stein und Gneuss, welche in ihren Verwitterungsproducten mit Löss und ortweisem Kalk
u. s. w., den geeigneten Boden darbieten.
Näher bezeichnen wir Mährens Weinbau durch die 20 Gerichtsbezirke in 10 Bezirks
hauptmannschaften — nach den Ernte-Ergebnissen v. J. 1871*) im Folgenden:
*) Die Ernte-Ergebnisse v. J. 187.' siehe rückwärts im Tableau 38.