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Full text: Das Markgrafthum Mähren nach seinen landwirthschaftlichen Verhältnissen im weiteren Sinne, statistisch skizzirt : im Auftrage des Executiv-Comité der Brünner Landes-Commission für die Weltausstellung 1873 in Wien

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2. Classe in den Katastral-Gemeinden: Auspitz, Billowitz, Pritlach, Rakwitz, Nusslau, 
Ober- und Unter-Wisternitz, Muschau; 
3. Classe in den Katastral-Gemeinden: Bojanowitz, Dürnholz, Bergen, Pardorf, Gross- und 
Klein-Steurowitz, u. s. w. 
Zur III. Gruppe der milden Weine, an bouquetreiche Rhein- oder Mosel-Weine 
gemahnend: 
1. Classe in den Katastral-Gemeinden: Baumöhl (woselbst der vorzüglichste Wein Mährens, 
genannt „Schobes’er“, aber leider nur mehr auf 6 Joch beschränkt, an steiler Thaja 
wand), dann Zuckerhandl, Rausenbruck, Edelspitz; 
2. Classe in den Katastral-Gemeinden: Schattau, Gnadlersdorf, Kanitz; 
3. Classe in den Katastral-Gemeinden: Lechwitz (wo auch etwas Rothwein), Mühlfraun, 
Poppitz, Tajax, u. s. w. 
Dass Mährens Weine des Exportes nicht nur fähig, sondern auch würdig gemacht werden 
könnten — wird von Weinkennern nicht bezweifelt. 
Die Frage aber: wie dem mährischen Weinbaue aufgeholfen werden könnte? — möchte 
ihre Antwort zunächst in den Bedingungen finden: 
1. Dass die Weingärten nicht wie bisher in die I. Classe der Grundsteuer zu kommen 
hätten, weil sie thatsächlieh immer nur Geröllboden einnehmen, der zu keiner höheren 
Cultursgattung tauglich; 
2. Dass nicht ausser der hohen Grundsteuer auch noch eine so hohe W ein-Consumtions- 
Steuer fortbestehe, die den Weingenuss dem grössten Iheile der Bevölkerung unmöglich 
macht und zum verderblichen Branntwein drängt; 
3. Dass für fachlichen Unterricht im rationellen Weinbau und in der Weinbehandlung, 
in den weinbautreibenden Gemeinden unmittelbar etwas geschähe sei es durch Ge 
nossenschaften, Specialvereine oder Lehrer — damit der Weinbauer nicht länger hinter den 
Anforderungen der Neuzeit zurück bleibt, denn er will nicht lernen durch Lesen, sondern im 
Althergebrachten fortschlendern! 
18. Fortschritte in der Bodencultur 
manifestiren sich — wenn auch nur ortweise und langsam doch stetig in Mähien, daher 
den bisherigen Bestrebungen und Erfolgen in der Durchlührung von Be- und Entwässer 
ungen, Drainagen und Wiesenanlagen einerseits — 
wie der Commassirung oder Arrondirung des Grundbesitzes andererseits 
hier ein flüchtiger Rückblick gewidmet sein mag. 
Was die ersteren betrifft, so sind es die Besitzungen des in Mähren reichstbegüterten 
regierenden Fürsten von Liechtenstein (Lundenburg, Eisgrub u. s. w.) zunächst gewesen, 
auf welchen schon im Beginne unseres Jahrhundertes grossartige Entwässerungen den Reigen 
dieser Bodenmelioration in Mähren eröffneten, welchen in der Folge namentlich an der Thaja, 
March, Betschwa, Oder u. s. w. die Entwässerung und Bewässerung von Dominical-Grund- 
stücken zur Anlage von Wiesen, andere Güter nachahmten, einen Aufschwung des Graslandes 
nach sich ziehend, wie er durch den früheren grossen Bestand von Pferden, Rindern und 
Schafen auf den Dominical-Besitzungen von selbst geboten war. 
Ganz anders gestalteten sich aber diese Verhältnisse in den letzten 30 Jahren, wo theils 
Branntweinbrennereien (heute noch 160 grössere und 577 kleinere, zusammen also 737) 
für extendirten Kartoffelbau — und hierauf sich fortgesetzt vermehrende Zuckerfabriken 
(heute 50) für extendirten Rübenbau — das ehemalige Grasland auf nahezu ein Drittel 
der Fläche reducirten, womit übrigens auch die dem Ziffer nach ziemlich gleichmässige
	        
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