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Full text: Das Markgrafthum Mähren nach seinen landwirthschaftlichen Verhältnissen im weiteren Sinne, statistisch skizzirt : im Auftrage des Executiv-Comité der Brünner Landes-Commission für die Weltausstellung 1873 in Wien

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Reduction der Pferde, Rinder und Schafe verbunden ist, wie diess unter den betreffenden 
Titeln vorliegender Schrift folgend nachgewiesen werden wird. 
Es muss hier der besonders massgebende Umstand betont werden, dass die landw. 
Grundstücke des Grossgrundbesitzes, in allen Gegenden wo Zuckerfabriken erstehen, nach 
und nach eigenthümlich oder pachtweise in deren Hände übergehen, also das frühere Gras 
land meistens auch zur Rübencultur verwendet wird. 
Die Folgen dessen machten sich in den letzten 20 Jahren immer fühlbarer und gaben 
intelligenten Landwirthen vielfache Veranlassung, der rationellen Wiesencultur um so mehr 
das Wort zu reden. 
Es kann nicht bezweifelt werden, dass — obwohl die ehemalige, dem Grasbau gewid 
mete Fläche heute auf ein Drittel zurückgegangen ist, dennoch in Folge besserer Wiesen 
cultur ein grösseres Quantum von Heu und Grumet erfechst wird, wie das die Erhebungen 
der von 1869 bis jetzt alljährlich beschafften Ernte-Statistik zeigen 
Den weitaus grössten Contingent an Heu und Grumet liefern die ausgedehnten, all 
jährlicher Ueberschwemmung und daher natürlicher Bodenbefruchtung unterliegenden Wiesen 
bei Strassnitz, Wessely, Hradisch, Ung.-Ostra, Napagedl, Kwassitz, Kremsier, Kojetein, 
Tobitschau, u. s. w. — daher auch in jenen Gegenden meist die Dislocirung der Cavalerie- 
Regimenter. 
Was weiter die Bestrebungen und Erfolge in der Verbreitung der Drainage insbesondere 
betrifft, so datirt ihr Bekanntwerden erst seit 1852, obwohl die Anwendung unterirdischer 
Canäle aus Steinen schon früher auf verschiedenen Dominien, insbesondere auf den kalten 
und feuchten Hochlagen des Iglauer Kreises, zur Entwässerung sogenannter nassgalliger 
Grundstücke, in Uebung war und noch ist. 
Auch von kleineren Grundbesitzern z. B. bei Nikolsburg wurden schon 1853, dann 
grössere Drainirungen 1856 auf den Gütern Holleschau, Ratschitz, Roznau ausgeführt und in 
den folgenden Jahren bis jetzt auf dem Grossgrundbesitze von: Blansko, Dfewohostitz, 
Schebetau, Boskowitz, Ung.-Brod, Swietlau, Luhatschowitz, Serowitz, Hosting, Jarmeritz, 
Butschowitz, Datschitz, Dürnholz, Frain, Kosteletz, Moschtienitz, Oppatowitz, Triesch, Radeschin, 
Hrottowitz, Dalleschitz, Mislibofitz, Battelau, Wiese, Napagedl, Pfilep, Kwassitz, Neutitschein, 
Alttitschein, Prerau, Blauda, Seelowitz, Strassnitz, Eichhorn, Lomnitz, Ewanowitz etc.; nicht 
minder auf Kleingrundbesitz z. B. in Mähr. Ostrau, Tichau, Frankstadt, Freiberg, Waltersdorf, 
Schildberg, Schönberg, Göding, Marschendorf. u. a. 0. 
Bemerkenswerth ist noch, dass bei dem Schlosse Bochtitz, bei Nachgrabungen 4 Fuss 
tief, 90 Stück uralte gebrannte Thonröhren einstmaliger, bis dahin unbekannt gewesener 
Wasserleitung gefunden worden sind. 
Auf den Gütern Kunstadt und Lissitz beniitzt man zu Entwässerungen schon seit Jahren 
selbst erzeugte Thonziegeln, welche mit gepressten Kreissegmenten und Nuten übereinander 
gelegt, eine Röhre bilden und dauerhafter sind als Drainröhren. 
Auf mehreren der früher genannten Güter ist die Erzeugung von Drainröhren durch 
Maschinen schon seit mehreren Jahren im Gange und beschäftigen sich auch manche Private 
bei ihren Ziegeleien mit der fabriksmässigen Erzeugung von Drainröhren verschiedener Con- 
struction mittelst Pressmaschinen. 
Seitens des Ackerbau-Ministeriums wurde i. J. 1870 eine Jordan’sche Drainröhren- 
Maschine der k. k. Gesellschaft zur leihweisen Verwendung im Lande überwiesen, die sich 
gegenwärtig in zweiter Grossgrundbenützung befindet. 
Die Absicht, die Vortheile der Drainage zunächst auch dem Kleingrundbesitze möglichst 
zugänglich zu machen, scheiterte — obwohl seit 1862 wiederholt von der k. k. Gesellschaft 
in Anregung gebracht — immer an dem Mangel an pecuniären Mitteln, da die angemeldeten 
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