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MAK

Full text : Das Markgrafthum Mähren nach seinen landwirthschaftlichen Verhältnissen im weiteren Sinne, statistisch skizzirt : im Auftrage des Executiv-Comité der Brünner Landes-Commission für die Weltausstellung 1873 in Wien

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meinden  u.  s.  w.  von  einer  Fischzucht  kaum  mehr  die  Rede  ist,  daher  auch  die  Preise  per
Pfund:  Forelle  bis  1  fl.,  Hecht,  Schill  und  Wels  bis  60  kr.,  Karpfen  bis  30  kr.,  Weissfisch
bis  15  kr.  —  durchschnittlich  im  Lande,  dagegen  in  der  Hauptstadt  per  Pfund:  Lachs  bis
3  fl.,  Forelle  und  Schill  bis  1  '/ 2  fl.,  Hecht  bis  1  fl.,  Karpfen  bis  65  kr.  u.  s.  w.  erklärlich.
Die  i.  J.  1871  auf  Grund  der  eingeleiteten  Erhebungen  aus  allen  resp.  Bezirken  Mährens, ­
  vom  Verfasser  versuchten  und  in  den  Schriften  der  k.  k.  Gesellschaft  veröffentlichten
Zusammenstellungen  über  die  jährl.  Durchschnittsergebnisse  der  Fischerei  in  1  eichen  und
Flüssen,  lassen  kaum  auf  1000  Centner  folgern,  daher  der  mangelnde  Bedarf,  so  weit  erreichbar, ­
  meistens  aus  Böhmen  gedekt  wird.
Jene  Erhebungen  haben  übrigens,  ausser  manchen  anderen  interessanten  Details,  zu
Tage  gefördert,  dass  aus  den  47  Fischarten  Mährens  in  den  Flüssen  und  Bächen  —  ausser
dem  gemeinen  Weissfische  —  Forelle,  Schill,  Hecht,  Wels,  Karpfe,  Barbe,  scltenei  dei  Lachs,
Huch,  Sterlet  und  Stör  bei  hohem  Wasser  in  den  Hauptflüssen:  March,  Oder,  Weichsel,
Betschwa,  Tliaja,  Schwarzawa,  Zwittawa,  etc.  —  gefangen  werden.
Von  künstlicher  Fischzucht  ist  in  Mähren  keine  Rede,  so  lange  nicht  geordnete  Verhältnisse ­
  wiederkehren  und  das  Gesetz  volle  Achtung  geniesst.

28.  Das  Molkereiwesen

hat  vor  dem  Jahre  1848  in  Mähren  einen  weit  höheren  Standpunct  eingenommen  als  gegenwärtig, ­
  da  es  damals  beinahe  ausschliessend  in  Händen  der  Dominien  war,  heute  aber
nach  Auflösung  der  Meierhöfe  und  der  edlen  Rindvieh-  und  Schafheerden  meistens  nur

vom  Kleingrundbesitze  betrieben  wird.
Um  dies  zu  veranschaulichen,  gehen  wir  zuvörderst  in  die  Betrachtung  der  selbstredenden ­
  Ziffern  ein.*)
Der  Stand  der,  anf  vorliegenden  Gegenstand  Bezug  nehmenden  Nutzt  liiere  war
nach  den  officiellen  Zählungen

Kühe
Schafe
Ziegen

i.  J.  1857
344.052
469.244
55.073

i.  J.  1869
321.277
323.503
80.383

daher  in  12  Jahren
vermindert  um
V  V
vermehrt  um

Stück
22.775
145.741
25.310

Die  seit  1870  noch  weiter  vorgeschrittene  Auflösung  grosser  und  vieler  gutsherrlicher
Meierhöfe,  Rindvieh-  und  Schafheerden,  in  Folge  der  Verpachtung  der  landw.  Gründe
an  Zuckerfabriken  —  ist  zwar  notorisch  und  speciell  nachweisbar,  aber  die  Ziffer  der  verminderten ­

  Kühe  und  Schafmütter  nicht  in  der  Stückzahl  constatirbar.

Die  Vermehrung  der  Ziegen  dagegen,  zumeist  in  Händen  der  Kleinhäusler  und  Inleute,
ist  die  Folge  der  abnehmenden  Rind-  und  Schafzucht,  um  Milch  für  die  Familien  etc.  zu  beschaffen, ­
  dies  besonders  in  den  Gebirgsgegenden.
Der  Durchschnitts-Ertrag  per  Jahr  in  Millionen  ausgedrückt
war  vor  circa  20  Jahren  ist  annäherungsweise  gegenwärtig  :
Kuhmilch  255  Millionen  102  Millionen  Maass
Schaf-  und  Ziegenmilch  .14  „  13  „  „
mit  5  Millionen  Gulden  im  Werth,  welcher  beiläufig  auch  jenem  der  Gegenwart  entspricht.

*)  Das  Molkereiwesen  Mährens  wurde  zürn  efstenmale  1871,  u.  Z.  aus  Anlass  der  Ausstellung  vom  Verfasser
dieser  Schrift  bearbeitet;  es  sei  erlaubt  jene  umfassende  Arbeit  hier  zu  recapituliren  mit  Hinweis  auf  den
Ausstellungs-Special-Ratalog  von  1872,  wo  seine  Darstellung  neben  anderen  ergänzenden  Details  bereits  Veröffentlichung ­
  fand.
            
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