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in Mähren existirt, dessen Waldungen im Laufe der letzten 30—40 Jahre nicht schon wirtschaftlich
eingerichtet d. h. systemisirt worden wären.
Die bekannten Windstürme von 1830 haben indess, ebenso wie Orkane trüberer Jahrhunderte
und die letzterlebten vom December 1868 und October 1870, alle planmässigen
Einrichtungen über den Haufen geworfen und Mährens schöne Waldungen devastirt.
In wissenschaftlicher Beziehung haben wir zu constatiren, dass eine im Jahre 1820
gegründete Privatforstschule in Datschitz nur bis 1829 existirte; — die Annäherung der Forstmänner
überhaupt erst i. J. 1844 durch die „Forstabtheilung“ seitens der k. k. mähr, schles.
Gesellschaft angebahnt wurde, womit auch die forstlichen Prüfungen gleichzeitig in’s Leben
traten, bis 1849 eine Forst-Section als Forst-Verein für Mähren und Schlesien sich constituirte,
heute 800 Mitglieder zählend und mit Genugthuung auf nahe an 100 Hefte der edirten
forstlichen Verhandlungen blickend. — Eine der grössten Früchte dieser Vereinigung war
die durch Subscription der Güterbesitzer Mährens und Schlesiens erzielte Gründung der
mähr, schles. Forstschule in Aussee 1852, gegenwärtig in Eulenberg. — Näheres über die
Thätigkeit der Forstwirthe ist in deren Publicationen nachzulesen etc.
Betrachten wir nun auch den Angelpunct, um welchen sich das gcsammte forstliche
Gewerbe dreht — nämlich die Absatz- und Preisverhältnisse, also die Verwerthung des Holzes
von früherer Zeit an bis in die Gegenwart.
Welchen geringen Werth das Holz noch vor 100 Jahren in Mähren hatte, entnehmen
wir z. B. wörtlich folgend den Dominicalfassionen und Local-Befundtabellen vom J. 1750:
Güter Kirchau und Hrottowitz: „wird jede schon gemachte Klafter hartes Holz zu 35 und
das weiche zu 29 kr. und wann sie das Holz selbsten machen, jede Klafter um
10 kr. wohlfeiler verkauft.“
Bystfitz 4260 Metzen: „Die obbeschriebenen Waldungen in die letzte Classe gestellt worden,
beschrifter desswegen, dass in solchen mehrentheils Thänernes (Tannenes) Strauchwerk
und viele unfruchtbare Felsen und Platzl vorhanden, welche auch kein Anwehr
haben, kaum die Herrschaft Nothdurft und an Geld nicht so viel ertragen,
als deren Waldbedienten gegeben wird.“
Ung.-Broder Herrschaft u. z.
Markt Banow: „zahlt die Gemeinde das Holz aus den Swietlauer Waldungen 1 Meile Weges
entlegen die Klafter hart Holz um 1 fl.“
Dorf Suchaloza: „verkauft die Gemeinde aus ihre Waldungen zu Ung.-Brod das Fartl hart
holz zu 6, 7, auch 8 Groschen.“
Dörfer Brzezowa und Koritna: „l>/ 2 Meilen von Ung.-Brod das Fartl zu 24 auch 30 kr.“
Dorf Augezd: „erkaufen das Holz aus den Swietlauer Waldungen die Klafter hartes um 1 fl.“
Drslawitz: „aus den Brzezoluper und Malenowitzer Waldungen 2 Meilen entfernt hart Holz
die Klafter ä 1 fl. 30 kr. u. s. w.
Hundert Jahre später, also 1850, fand Verfasser in Mähren noch manche Orte, wo die
Klafter Holz auf dem Stocke gern um 24 kr. Conv. Münze abgelassen worden wäre, trotz
des damaligen Geschreies über Holzmangel.
Im Allgemeinen aber lässt sich annehmen, wie dies bei anderer Gelegenheit thatsächlich
vom Verfasser nachgewiesen und veröffentlicht worden: dass vom Preise einer Klafter Holz in
Mähren: 23 % auf darin steckenden Fäller-, Spalter-, Schlichter- also Arbeits-Lohn, 33 % auf
Rückerlohn und Transportkosten, 12% auf Steuer, 10% auf Regie-Auslagen, also mindestens
78% auf Vorauslagen zu rechnen kommen, daher höchstens 22% des Holzpreises
dem Waldeigenthümer als Reinertrag bleiben.
Die grossen Schwierigkeiten, welche sich der seit nahezu 20 Jahren in Angriff gekommenen
Statistik des Waldflächenstandes (nicht nach Gütern, denn diese ist in Verfassers