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Landtäflichen und Lehengütern Mährens und Schlesiens etc.“ mühevoll zu Stande gebracht) nach
den einzelnen Katastralgemeinden entgegen stellten — sei es in Folge des Widerwillens oder der
Scheu vor solchen Arbeiten — so dass bisher nur 86 von allen 100 Gerichtsbezirken Mährens
und Schlesiens bearbeitet vorliegen und in den forstlichen Verhandlungen veröffentlicht sind;
diese Schwierigkeiten also Hessen es bisher nicht wagen, weitere statistische Erhebungen
über Ausnutzung des Holzes zu Bau-, Nutz-, Werk- etc. Zwecken einzuleiten und kann also
nur im Allgemeinen hier erwähnt werden, dass Dampf- und Wasser-Brettsagen in verschie
denen Gegenden des Landes existiren, dass Möbelfabriken mit gebogenem Holze in Bystntz
am Hostein, Koritschan, Wsetin etc., mehrere Zündhölzchen-Fabriken, Holzschieifmuhlen
u. s. w. bestehen, ohne aber leider nähere verlässliche Details geben zu können.
Die Scheu vor statistischen Mittheilungen zeigt sich hier wie namentlich z. B. auch bei
den Erhebungen der landw Ernte-Ergebnisse allenthalben — ob mit oder ohne Grund
mag dahin gestellt bleiben. Auch intelligente Männer halten sich von solchen Arbeiten fern
und beschränken sich nur darauf, das wenige Mitgetheilte zu bekritteln, ohne Besseres
liefern zu können oder geben zu wollen!
Aehnlich verhält es sich mit den forstlichen Nebennutzungen, von denen
wir nur wissen, dass sie in Mährens Waldungen unter den Titeln: Binden, Bast, Kien,
Harz Säfte, Früchte, Blätter, Blüthen, Streu, Trüffeln, Schwämme, Gras, Torf, Frucht
bau, ' Köhlerei, Theerbrennerei, u. s. w. bestehen — ohne mehr als einzelne ziffermässige
Fragmente bieten zu können, die vom ganzen Lande kein übersichtliches Bild geben.
Und eben so geht es mit der interessantesten Nebennutzung, der Jagd, und eben so
mit den Holzpreisen! — Jeder nimmt zwar gern Notiz von jenen Ziffern, welche einige
Wenige darbieten, aber die weitaus grosse Mehrheit enthält sich jeder Mittheilung Still
schweigen liebend! . ,
Gleichwohl mag es versucht sein: Holzpreise und Jagdergebnisse nach lhun-
1 ichkeit zur Anschauung zu bringen.
Zur richtigen Beurteilung der folgenden Durchschnittspreise des Holzes von 18d5 bis zum
J. 1870 muss bemerkt werden, dass sie nach Abschlag der Erzeugungskosten und mit Berück
sichtigung der verschiedenen Sortimente, also sowohl des Bau-, Nutz- und Werk-, wie des
Scheit-, Prügel- und Stockholzes — zu verstehen sind.
Es darf hier nicht unerwähnt bleiben, dass die Forstschutz- und Culturkosten im grossen
Durchschnitte per Joch in Mähren schwanken von 1 fl. bis 1 fl. 30 kr., je nach der Gegend
und Bevölkerungsdichtigkeit, der Grösse zusammenhängender oder zerstreuter Waldkörper,
der grösseren oder geringeren Schwierigkeit des Schutzes und der Cultur etc.
Die Verwaltungskosten — also der Aufwand für technische Leitung, Buchfülnung, Vei-
rechnung und Controle, Vermessung, Taxation und Betriebseinrichtung, Waldwege, Brücken,
Flösseinrichtungen, Brettsägen, Forsthäuser, Heger- und Waldhütten, Geld- und Naturalbezüge
des Verwaltungspersonales u. s. w. - also die Kosten für den ganzen Apparat einer geord
neten Forstverwaltung, sind schwer zu beziffern, weil sie begreiflicherweise von dem geistigen
Standpuncte, von der Grösse des Waldbesitzes, von seiner extensiven oder intensiven Wirt
schaft, von dem Werte des Holzes u. s. w. abhängen, also pr. Joch von 1 bis 5 fl.
variiren können.
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