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heute Erhaltenen anderwärts in dieser Schrift begegnen; verfügte statt der Wochenschrift eine
Vierteljahresschrift, die — nach zwei Jahren auf dem Lager — wieder der ersteren Raum
gab; rief die Bildung von landw. Vereinen im Lande hervor, welche der Muttergesellschaft
später manche Verlegenheiten bereiteten; — doch muss erkannt werden, dass die Wirksam
keit der k. k. Gesellschaft von da an eine weitaus erhöhte gegen früher ist, was aus deren
„Mittheilungen“ ersichtlich, die namentlich seit 1852 ein getreu fortlaufendes Spiegelbild der
Wirksamkeit der Gesellschaft, ihrer Sectionen und Vereine gehen.
1854
veranstaltete die Gesellschaft in Brünn eine grossartige „Kunst- und Producten-Ausstellung“ —
was 1855 wiederholt werden sollte, aber der Cholera wegen unterblieb. —
1855
eröffhete die Gesellschaft auf eigene Kosten die unentgeltliche monatliche Beilage der „Mit
theilungen“ unter dem Titel „Notizenblatt der historisch-statistischen Section der k. k. mähr,
schles. Ges.“ welches von dem Vorstande der genannten Section redigirt, auch noch heute
erscheint.
1857
begann die Ges. mit der unentgeltlich alljährlichen Vertheilung von Maulbeersamen, um die
von der Regierung angeregte Förderung der Seidenzucht anzubahnen — siehe das Weitere
unter dem Titel „Seidenzucht.“
1858
wurde gemeinschaftlich von der Ges. und ihrem Director — eine „Agricultur-chemische- Ver
suchsstation“ in Raitz gegründet, die aber 1864 wieder aufgelöst wurde.
1860
wurden die seit 80 Jahren unterbliebenen Prüfungen aus dem practischen Landwirthschafts-
betriebe, u. z. sowohl für selbstständige, wie für untergeordnete Verwaltung — wieder einge
führt und seither mit allgemeiner Anerkennung alljährlich fortgesetzt.
1862
erweiterte die Ges. die unentgeltliche Vertheilung von Maulbeersamen, nunmehr auch auf
unentgeltliche Vertheilung von Gartensämereien, neue Sorten von Cerealien und Fischguano,
letzteren in Folge freundlichen Geschenkes — und veranstaltete eine grosse landw. Producten-
und Thier-Ausstellung.
1863
begann der Verf. die Anlegung eines Wollcabinetes für das Franzens-Museum, da während
der Glanzperiode der Schafzucht ein solches nicht beschafft worden war, also in den
Sammlungen gänzlich fehlte.
1864
eröffnete die Ges. die Herausgabe eines zweiten Organes, u. z. in slavischer Sprache, um den
Wünschen auch dieses Theiles der Bevölkerung gerecht zu werden;—von diesem Jahre an
schreibt die Ges. auch alljährlich Stipendien für landw. Unterricht aus, welche nach und nach
erweitert, sich jetzt auf je 3 Stipendien ä 50 fl. jährlich in jeder der heute bestehenden
7 landw. Fachschulen, also auf 21 Stipendien, ausdehnen.
1865
beabsichtigte die Ges. einen Schematismus der sämmtlichen Güter und Beamten etc., aller
Grossgrundbesitze beider Länder herauszugeben und forderte daher alle resp. Adressen zu
bezüglichen Mittheilungen auf, die aber so unvollständig einlangten, dass von der Drucklegung
abgestanden werden musste.
1866
setzte die Gesellschaft — ungeachtet des Feldzuges und mehrmonatlicher Invasion, — gleich
wohl dennoch ihre Wirksamkeit in allen üblichen Richtungen thunlichst fort und entsendete
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