Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Das k. k. Österreichische Museum für Kunst und Industrie

IO  £<-Für

  eine  rasche  Ansammlung  von  Gegenständen  der  Goldschmiedekunst ­
  lag  ein  anderes  Hinderniss  vor,  die  geringe  Dotation,  welche  einen
Ankauf  solcher  theuren  Antiquitäten  nur  in  besonders  günstigen  Fällen  zuliess.
Es  war  daher  die  längere  Ueberlassung  des  »Schatzes  des  deutschen  Ordens«
durch  Seine  kaiserl.  Hoheit  den  Erzherzog  Wilhelm  als  Hoch-  und  Deutschmeister ­
  höchst  willkommen  und  ebenso  die  Aufbewahrung  und  Aufstellung  der
Reliquiensammlung  aus  Hannover,  welche  ursprünglich  aus  dem  Dome  von  Braunschweig ­
  stammt  und  einen  überaus  merkwürdigen  und  interessanten  Besitz  des
braunschweigisch-liineburgischen  Hauses  bildet.  Seine  königl.  Hoheit  der  Herzog
Ernst  August  von  Cumberland  hat  diesen  Schatz  noch  gegenwärtig  in
dem  Vertrauen  und  in  der  Ueberwachung  des  Museums  gelassen.  Indess  trotz
der  Geringfügigkeit  ist  es  doch  allmälig  gelungen,  auch  den  Saal  (I),  welcher
diesem  Zweige  des  Kunstgewerbes  gewidmet  ist,  mit  den  entsprechenden  Gegenständen ­
  als  Eigenthum  des  Museums  zu  füllen.  Insbesondere  kann  die  reichhaltige
Sammlung  von  Schmuckgegenständen  erwähnt  werden,  welche,  wenn  sie
auch  nicht  eigentliche  Kostbarkeiten  enthält,  doch  eine  umfassende  Uebersicht
über  den  nationalen,  den  modernen  und  den  antiken  Schmuck  bietet.  Es  seien
daraus  die  indischen  Gegenstände,  der  italienische  Volksschmuck,  die  antiken
Schmuckarbeiten,  Filigrane  aller  Länder  hervorgehoben,  sowie  vor  Allem  jener
edle  Schmuck  aus  der  Zeit  Kaiser  Rudolfs  II.,  welcher,  an  zwei  Perlkronen
und  einem  goldenen  Kelche  befestigt,  zu  Hall  in  Tirol  erworben  wurde.  Zu  den
originalen  Silberarbeiten  tritt  eine  reichgestaltete  Ergänzung  in  galvanoplastischen
Nachbildungen,  sowohl  der  berühmten  Funde  aus  antiker  Zeit,  wie  der  formenschönen ­
  getriebenen  Arbeiten  der  Renaissance.  Ebenso  bietet  die  Sammlung  der
Emailgegenstände  schon  gegenwärtig  Beispiele  aller  Arten  der  Technik  und  aus
allen  Zeiten,  in  welchen  diese  malerische,  heute  wieder  so  sehr  geschätzte  Kunst
ehemals  blühte.  Wer  in  Saal  I  die  Geschichte  der  Goldschmiedekunst  an  ihren
Werken  studiren  will,  wird  wohl  manche  Prachtstücke  und  Kostbarkeiten  vermissen, ­
  aber  kaum  Lücken  finden,  die  nicht  durch  irgend  ein  oder  das  andere
Beispiel  ausgefüllt  würden.
Ein  glücklicher  Zufall  Hess  eine  grössere  Collection  Bucheinbände  vom
XV.  bis  zum  XVIII.  Jahrhundert  auf  einmal  erwerben,  so  dass  auch  für  diesen
wichtigen  Zweig  tler  Lederarbeiten  ein  guter  Grund  gelegt  werden  konnte.
Ergänzungen  wurden  fortwährend  gemacht,  zumal  auch  durch  moderne  französische
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.