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neuen Museum war dazu, um nicht die Originalgegenstände aus dem Museum
entfernen zu müssen, ein eigenes photographisches Atelier eingerichtet worden,
das übrigens gelegentlich auch von anderen Photographen benützt wurde, wenn
private Aufträge um Photographirung im Museum befindlicher Gegenstände Vorlagen.
Auch für die Vorbildersammlung des Museums erwies sich das Atelier
von grossem Nutzen, zumal bei Specialausstellungen, um Gegenstände von Interesse,
welche fremden Eigenthums waren, wenigstens im Bilde festzuhalten. Anders
gestaltete sich das Verhältniss zur Galvanoplastik. Carl Haas der Aeltere, Bronzewaarenfabrikant
und Archäologe, war zwar zum Galvanoplastiker des Museums
ernannt, wodurch die gleiche Copirung durch Andere ausgeschlossen war, aber
er führte die Sache auf eigene Rechnung, nur dem Museum selber einen billigeren
Preis stellend. Nach dem Tode des älteren Carl Haas, wurde der jüngere Carl
Haas, jenes Sohn, unter gleichen Bedingungen zum Galvanoplastiker des Museums
ernannt.
III.
Insbesondere mit dem Atelier für Gipsgiesserei sind wir in unserer
geschichtlichen Darstellung schon auf dasjenige Gebiet gelangt, welches die
Thätigkeit des Museums nach aussen hin, die Einwirkung auf die
Industrie und das Publicum umfasst. Diese Thätigkeit, welche in der Rührigkeit
und dem findigen Geiste des Directors Eitelberger ihren Ausgangspunkt hatte,
ist so mannigfach, dass uns die Entscheidung fast schwer fällt, womit in der
Schilderung derselben anfangen. Sie beruht einerseits auf Einrichtungen, welche
constant blieben, wie z. B. die Vorlesungen, andererseits auf vorübergehenden
Veranstaltungen, wie die Specialausstellungen.
Zu den Vorlesungen fand sich im Neugebäude ein eigener, gut
akustischer, für die Rede trefflich geeigneter Saal, welcher etwa 300 bis 400
Zuhörer fasst. Anfangs fand eine doppelte Reihe von Vorlesungen statt, solche
des Abends für ein allgemeines gebildetes Publicum, und solche an Sonntagen
Vormittags, welche der arbeitenden Classe im Kunstgewerbe besonders gewidmet
waren. Es zeigte sich aber bald, dass diese letzteren nicht den Anklang fanden,
den man erwartet hatte; der Besuch war zu gering, und so wurden sie nach
zweijähriger Dauer wieder aufgegeben. Auch die Abend-Vorlesungen waren