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Full text: Das k. k. Österreichische Museum für Kunst und Industrie

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als Zeichner wie in seinen ornamentalen Compositionen bethätigte. Sein Werk 
über die italienischen Intarsien und die Gründung der »Blätter für Kunstgewerbe« 
sichern ihm ein bleibendes Angedenken. Der nächste, den das Museum unerwartet 
in der Vollkraft seines reichen Schaffens verlor, war der Maler Ferdinand 
Laufberger, ein geistvoller, durchgebildeter Künstler und überaus tüchtiger 
Lehrer, der auch auf die Reform des allgemeinen Zeichenunterrichtes mass 
gebenden Einfluss genommen hatte und auch mehrere Male an der Kunst 
gewerbeschule Director gewesen war. Ihm, sowie dem Architekten JosephStorck 
verdankt das Museum insbesondere die Richtung, welche es in decorativer Bezie 
hung genommen hatte. Laufberger erhielt zum Nachfolger Julius Berger, 
welcher jetzt an der Akademie der Künste in Wien lehrt, während Teirich durch 
Hermann Herdtle, einen in Bildung und Neigung verwandten Künstler, 
ersetzt wurde. 
Der dritte Verlust betraf das Museum zwar nicht in gleicher Weise 
unmittelbar, aber er wurde kaum minder schmerzlich empfunden, denn in dem 
Architekten Heinrich Freiherrn v. Ferstel verlor das Museum seinen 
Erbauer, ein Mitglied seines Curatoriums, vor Allem aber einen Freund, der ihm 
von der Gründung an zur Seite gestanden. Das Museum widmete ihm ein Denkmal, 
welches über dem Schlussstein im Stiegenhause angebracht wurde, eine Marmor 
büste von Tilgner’s Hand, umgeben von Bronzefestons nach Storck’s Zeichnung. 
In feierlicher Versammlung zahlreicher Gäste, bei welcher Falke die Festrede 
hielt, wurde das Denkmal enthüllt. Das Stiegenhaus sah noch zwei andere Gedenk 
zierden seiner Wände, die eine ein Medaillon zu Ehren Laufberger’s, von seinen 
Collegen und Schülern gewidmet, die andere eine Büste des Industriellen Eduard 
v. Haas, Chef des Hauses Philipp Haas & Söhne, der, wie schon oben 
dargestellt, einer der ersten Freunde des Museums gewesen war. Auch diesen 
Verlust hatte das Museum zu beklagen. 
Wenige Jahre nach seinem Freunde Ferstel schied auch Eitelberger 
aus dem Leben am 18. April 1885. Wie ungern musste er das Museum ver 
lassen, das er wohl als sein Werk betrachten konnte und 21 Jahre geleitet hatte! 
Kränklich in seinen jungen Jahren, schien er gesund zu werden mit der grossen 
Aufgabe, die er sich gestellt hatte. Von ihm kann man auch das Dichterwort 
sagen: »Es wächst der Mensch mit seinen grossem Zwecken«. Ein stiller Ge 
lehrter sonst, wenn auch mit offenen Augen für den Wechsel und Wandel in
	        
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