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MAK

Full text : Ausstellung von Gläsern des Klassizismus, der Empire- und Biedermeierzeit

XIII

kleineren,  charakteristischen  Beispielen  die  Art  dieser
Malereien.
Die  beiden  Mohn’  benützten  bei  ihren  Arbeiten  gewöhnlich ­
  zylindrische  Becher,  zum  Teil  mit  ausgebogenem
Lippenrand.  Auch  sie  signierten  und  datierten  ihre  Gläser.
Die  Wandung  der  Becher  zeigt  ein  zumeist  hochrechteckiges ­
  Bildfeld  mit  bunten  Stadt-  und  Landansichten,
Einzelfiguren,  auch  Porträts  und  Silhouetten.  Fast  immer  ziert
eine  geschickt  entworfene  und  sicher  gezeichnete  farbige
Blumenbordüre  den  Lippenrand.  Man  lernt  auf  der  Ausstellung ­
  die  Kunst  des  Gottlob  Mohn  in  ihrer  ganzen
Feinheit  kennen.  Zu  beachten  ist  die  reiche  Farbenpalette,
die  gute  Zeichnung,  auch  wenn  es  sich  um  die  kleinsten
Figürchen  handelt.  Die  Bilder  liegen  wie  ein  Hauch  über
dem  Glase  und  sind  ganz  für  Transparenz  berechnet.  Von
besonderem  Interesse  ist  auf  der  Ausstellung  die  Serie  von
Theaterfiguren  (Nr.  123—128).  Zu  einem  bestimmten  Tag
gewidmet,  beziehen  sie  sich  offenbar  auf  bestimmte  Stücke,
die  sich  hoffentlich  aus  alten  Theaterzetteln  oder  Zeitungen
noch  werden  feststellen  lassen.  Mohn  trat  vielfach  —  wie
schon  sein  Vater  —  als  bloßer  Unternehmer  auf  und  ließ
die  Bemalung  der  Gläser  von  anderen  ausführen.  Man
findet  auf  vielen  Stücken  Gegensignaturen  (VB,  FG,  P,
AH).  Einer  seiner  Mitarbeiter  war  C.  v.  Scheidt  (Kr.  121
und  13  2),  der  sich  später  von  Mohn  trennte  und  selbständige
Arbeiten  lieferte.  Um  1826  finden  wir  ihn  in  Berlin.
In  der  gleichen  Maltechnik,  wie  die  beiden  Mohn,  ar-'
  Literatur:  Gustav  E.  Pazaurek:  Die  Transparentmalereien
von  Mohn  und  Genossen,  Belvedere,  Wien,  1922,  Heft  i  und  2.  —
M.  Sauerl  an  dt:  Biedermeiergläser  mit  durchsichtiger  Schmelzmalerei, ­
  Kunstwanderer,  1921,  i.  Januarheft.
            
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