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MAK

Full text : Katalog der Wiener-Congress-Ausstellung 1896

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nicht  dächten.  Kaiser  Franz,  König  Friedrich  Wilhelm,  die  süddeutschen ­
  Fürsten,  Metternich,  Hardenberg,  die  höheren  österreichischen ­
  und  preussischen  Beamten  alle,  viele  Generale,  ja
kirchliche  Würdenträger,  die  aus  der  josephinischen  Schule  hervorgegangen ­
  waren,  sie  hegten  die  Gesinnungsweise  des  achtzehnten ­
  Jahrhunderts.  Wohl  war  ihnen  die  Revolution  verhasst,  nicht
aber  die  Ordnungen,  die  aus  ihr  hervorgegangen  waren.  Dass  sie
mit  all  den  ständischen  Gerechtsamen,  mit  den  localen  Besonderheiten, ­
  mit  den  Privilegien  der  Provinzen,  Städte,  Zünfte  aufgeräumt ­
  hatte,  das  war  ihnen  sehr  recht,  denn  nun  war  einfacher
zu  regieren.  Napoleon  schien  ihnen  im  Grunde  ein  ganz  guter
Herrscher,  den  man  sich,  für  die  innere  Politik  zum  Muster  nehmen
könne;  nur  dass  er  so  unvernünftig  ehrgeizig  war,  das  gefiel
ihnen  nicht;  mit  Bedauern  fast  gaben  sie  ihn  auf.  Die  Bourbonen,
mit  denen  ein  Theil  jener  alten  Welt,  erneuert  und  gestärkt
durch  die  Berührung  mit  revolutionären  Ideen,  in  Frankreich  wieder
erstehen  musste,  waren  ihnen  beiweitem  nicht  so  sympathisch.
Einige  von  ihnen,  wie  Metternich,  kokettirten  wohl  ein  wenig  mit
den  romantisch-restaurativen  Tendenzen  und  thaten  bisweilen  so,
als  ob  sie  von  ihnen  ganz  eingenommen  wären,  wo  es  aber  aufs
Handeln  ankam,  da  fühlten  sie  sich  gleich  als  echte  Kinder  des
achtzehnten  Jahrhunderts:  ihre  Conceptionen  am  grünen  Tisch
waren  unendlich  nüchtern  und  ignorirten  die  tieferen  Potenzen
des  Staats-  und  Völkerlebens  völlig.  Auch  Gentz  gehörte  im  Grunde
zu  diesen.  Er  war  einer  der  frühesten  Bekämpfer  der  Revolution
und  Napoleon’s  gewesen,  er  hatte  die  feurigsten  Proteste  gegen
sie.  und  ihre  Verherrlicher  geschleudert,  Czar  Alexander  konnte
ihn  mit  Recht  in  dem  Ukas,  mit  dem  er  ihm  1813  den  Annen-Orden
  verlieh,  den  Ritter  der  Legitimität  und  der  Gesetzlichkeit
nennen.  Es  gab  aber  auch  einen  Augenblick  in  seinem  Leben,  wo
man  ihn  mit  Fichte  und  Arndt  in  Einem  Athem  nennen  konnte
als  einen  begeisterten  Anwalt  der  deutsch  -  nationalen  Sache.  Und
obwohl  Protestant,  war  er  früh  schon  für  den  poetischen  Zauber
der  katholischen  Romantik  sehr  empfänglich  gewesen,  und  auch
jetzt  noch  schien  er  bisweilen  nahe  daran,  wie  die  Friedrich
Schlegel  und  Adam  Müller,  die  Stolberg  und  Zacharias  Werner
in  den  Schoss  der  alleinseligmachenden  Kirche  zurückzukehren.
Aber  trotz  seiner  legitimistischen  Gesinnung  mochte  er  sich  doch
nicht  für  die  Bourbonen  erwärmen  und  hätte  sich  gar  zu  gern
            
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