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MAK

Full text : Katalog der Wiener-Congress-Ausstellung 1896

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auch  den  hohen  Stil  der  Oelmalerei,  mythologische  und  historische
Stoffe,  und  begründet  eine  strenge  Schule  voll  Einseitigkeit,
welche  in  den  ersten  Decennien  unseres  Jahrhunderts  zahlreiche
aufstrebende  Künstler  anzieht,  viele  von  ihnen  jedoch,  die  der
herrschenden  Schulmeinung  sich  nicht  beugen  wollten,  wieder
abstösst.  Der  Historienmaler  Füger  wird  am  besten  charakterisirt
durch  das  Bild  „Cäsar’s  Ermordung“,  ferner  durch  die  Gemälde
„Tod  des  Germanicus“,  „Allegorie  auf  die  Rückkehr  Kaiser
Franz  I.  von  Paris  (1814)“  und  das  auch  costümlich  interessante
Porträt  der  Sängerin  Theresia  Saal.  Man  mag  ihn  manierirt
schelten;  von  Naturwahrheit  hielt  er  sich  fern,  seine  Technik
ist  flach  und  kindlich;  aber  sein  Compositionstalent  ist  bedeutend, ­
  seine  Farbengebung  kräftig  und  frisch.  Um  ihn  schaaren
sich  viele  treffliche  Meister  und  Mitarbeiter,  so  vor  Allen  der  Bildhauer ­
  Zauner,  der  Stecher  Jacob  Schmutzer,  der  Landschafter
Brand,  die  Porträt-  und  Historienmaler  Joh.  Baptist  von  Lampi,
Maurer,  Cauzig  und  Josef  Abel,  der  Verfertiger  des  uns  allen  wohlvertrauten ­
  Vorhanges  des  alten  Burgtheaters.
Auch  Plastik  und  Architektur  erhalten  zu  Beginn  des  Jahrhunderts ­
  hier  wie  anderwärts  vorübergehend  streng  classisches
Gepräge.  In  der  Plastik  zumal  war  man  der  Uebertreibungen  des
Rococo  satt  geworden;  fast  widerwillig  wendete  man  sich  schon
im  letzten  Viertel  des  18.  Jahrhunderts  ab  von  dem  Uebermaasse
an  Bewegung,  von  der  Wolkenplastik,  von  der  süsslichen  Verzücktheit, ­
  von  den  widersinnigen  Verrenkungen  der  Figuren.  Schon
Raphael  Donner  geht  mit  natürlicher  Vortragsweise  voran,  antikisirende
  Richtung  zeigen  bereits  die  Schönbrunner  Gartenfiguren
Beyer’s  gegenüber  den  gespreizten  Figuren  Stanetti’s  im  Belvedere.
Für  die  Plastik  war  die  Rückkehr  zur  Antike  natürlicher  als  für
die  Malerei,  und  dass  man  sich  ihrer  zunächt  auf  dem  vorbilderreichen ­
  classischen  Boden  Italiens  erinnert,  nur  selbstverständlich.
Die  Führung  übernimmt  Canova;  er  schöpft  sein  bestes  Können
aus  dem  Studium  des  Vaticans,  aber  er  ist  kein  Nachahmer,  und
das  stimmungsvoll  Graziöse  gelingt  ihm  besser  als  das  Heroische.
Ein  Meister  der  Technik,  dringt  er  zugleich  feinfühlig  ein  in  die
Tiefen  des  menschlichen  Gemüthes,  und  er  verleiht  Allem,  was
er  schafft,  einen  Hauch  der  Glassicität,  den  die  Plastik  des  17.
und  18.  Jahrhunderts  so  schwer  vermissen  liess.  Die  Abhängigkeit
von  dem  Stile,  den  er  zu  überwinden  sucht,  kann  er  nicht  ver-
            
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