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Plastik, mehr von' der Oberfläche nahm. Aber da Thorwaldsen
moderne Empfindungen in griechisches Gewand hüllt und diesen
Gegensatz mit unübertrefflicher Virtuosität zu versöhnen weiss,
so steht er uns wieder um so viel näher. Und in der That, wer
möchte des Alexander-Zuges entrathen, des „Adonis“, des löwenbändigenden
„Amor“ und des „Ganymed“, der „Hebe“, der Venus
und vor Allem auch seiner späten Werke, mit welchen er in die
christliche Romantik einlenkt. Dass es Thorwaldsen nicht beschieden
war, das vom Fürsten-Staatskanzler Metternich für die
Karls- oder Augustinerkirche bestellte Grabdenkmal des Feidmarschalls
Fürsten Schwarzenberg auszuführen, worüber ein Brief
Thorwaldsen’s im Haus-, Hof- und Staatsarchive erliegt, müssen
wir lebhaft beklagen.
In Deutschland entwickelt sich von Dannecker durch Schadow
bis Rauch der idealistische und realistische zum typischen Classicismus,
zum stilvollen Realismus, wie Goethe ihn in der Literatur
in stufenweiser Ausbildung gestaltet hat. In Frankreich begründen
Julien, Chaudet (der für die französische Plastik bedeutet, was
David für die Malerei), dann Bosio, Cortot und Pradier den Classicismus,
dem lange noch der Zopf anhängt, während Rüde,
Ducret und, vor Allem P. .J. David aus Angers in den ersten
Decennien unseres Jahrhunderts jenen durch die classische Schule
gedämpften Naturalismus entwickeln, der in Frankreich Epoche
gemacht hat. Unserer Betrachtung und der österreichischen
Kunst näher stehen jene drei deutschen Künstler, welche die
Kunstgeschichte stets mit liebevoller Verehrung nennen wird.
Dannecker verdanken wir die beste Porträtbüste seines Lands
mannes und Freundes Schiller und ein ausgezeichnetes Marmorbildniss
des Erzherzogs Karl. Bei der Behandlung antikisirender
Stoffe ist sein Stil gesucht, wie die bekannte „Ariadne“ beweist.
Schadow hingegen bringt im Laufe seines langen, drei
Generationen angehörenden Lebens die deutsche Plastik auf die
Höhen eines durch gründliches Studium geläuterten Classicismus,
auf denen endlich Rauch die herrlichsten Werke schafft. Auch
wenn wir Schadow mit Flaxman vergleichen, zeigt sich wieder,
wie sich dasselbe Vorbild in verschiedenen Individuen und Völkern
verschieden spiegelt. Der Engländer hat zur antiken Figurenbildung
nie ein rechtes Verhältniss gewonnen; dem Deutschen ist
dies die Hauptsache, aber er betrachtet einsichtig die Antike nur
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