Telegra-phen-Apparate.
13
Der Wechfelftrom-Tafter mit EntladungscontaA für die indo-europäifche
Linie (S. Schellen 551) ift von Siemens Brothers in London und der Submarine-
Schlüffel (S. Schellen 550) von Siemens & Halske in Berlin ausgeftellt. Diefe
Letzteren brachten auch einen fogenannten lautlofen Tafter, bei welchem die
beiden ContaAe für den Tafterhebel in fich nur wenig durchbiegenden ContaA-
federn liegen. Der Hub des Tafterhebeis ift fehr klein und in Folge deffen ift das
Auffchlagen des Hebels dem Ohre kaum vernehmbar. Damit der Telegraphirende
den Hub° fomit auch die Schrift nicht verändern kann, find unter den beiden
ContaAfedern kleine Schrauben befeftigt, auf die fich die ContaAfedern endlich
bei ihrer ftärkften Durchbiegung aullegen.
Das von Siemens & Halske ausgeftellte S u b m an ne r e 1 a 1 s für
Wechfelftröme befitzt entweder einen kräftigen Elektromagnet, welcher durch
einen ftarken Localftrom erzeugt wird, oder einen durch ein Syftem permanenter
Magnete kräftig influenzirten Magnet. Der Nordpol diefes aufrecht ft eh enden Magne
tes ragt durch ein in dem entfprechend verlängerten Siidpole befindliches Loch,
deffen Weite etwas gröfser ift als die Dicke des Nordpoles, hindurch und in dem Zwi-
fchenraume zwifchen den beiden Polen fchwebt eine kleine, am Ende von drei länge
ren Meffmgdrähten a, b, und£ ä aufgehängte Spule, in welche der Linienftrom durch
die beiden Drähte^, und ein- und austritt, und welche dann je nach der Richtung
des Linienftromes in dem magnetifchen Felde zwifchen jenen beiden Magnetpolen
fich hebt oder fenkt, dabei aber den durch den mittleren Draht a zugeführten
Localftrom in der einen oder anderen Richtung durch einen polarifirten Schreib
apparat fendet. An der Spule ift nämlich ein Aluminiumbiigel befeftigt, in wel c'' e n
ein oben in einer Spitze, unten in einer ebenen Fläche endender ContaAftift
befeftigt ift, welchem oben ein ContaA mit ebener Fläche, unten ein ContaA mit
Spitze gegenüberfteht. Die Bewegung der Spule mit ihrem Bügel läfst fich aufser-
dem auch unmittelbar durch eine Lupe beobachten, deren Vifur auf den Contadt
am Bügel eingeftellt ift. Diefes Relais zeichnet fich durch feine grofse Empfind
lichkeit aus welche es der Leichtigkeit des als Relaishebel dienenden Theiles
und dem Umftande verdankt, dafs fich der Elektro- oder permanente Magne
tismus jenes aufrechtftehendenMagnetes beliebigverftärken läfst (Zetzfche a^a. O.).
Das ebenfalls nach den Angaben von v. Hefner-Alteneck vonSiemens undHalske
ausgeführte fogenannte Abkürzungsrelais hat die Aufgabe zulöfen, eine Erhö
hung der Sprechgefchwindigkeit durch Kabel zu erzielen. Die Spulen des Elektro-
magnetes M diefes Relais bieten dem Strome einen fehr grofsen Widerftand
(1780 S. E.) und find einerfeits mit der Ächfe des Tafters, andererfeits mit der
Erde leitend verbunden. Von zwei Batterien ift der Kupferpol der einen B x mit
dem ArbeitscontaAe, der Zinkpol der anderen B z mit dem RuhecontaAe des iafters
verbunden, während die beiden anderen Pole zur Erde abgeleitet find. Demnach
durchläuft der Strom von B„ in der Ruhelage des Tafters die Spulen des Relais,
zieht deffen Anker A an und legt den Ankerhebel auf die untere, ebenfalls mit
der Erde verbundene Stellfchraube S { ; da nun an den Ankerhebel zugleich auch
das Kabel geführt ift, fo kann jetzt ein aus dem Kabel kommender Strom über die
ContaAfchraube S, zur Erde gelangen. Beim Niederdrücken des Tafters kommt
derfelbe erft zum Schweben; dabei wird unterbrochen, der Anker A fallt durch
die Wirkung einer Spannfeder ab und der Ankerhebel legt fich an die obere mit
der Tafterachfe verbundene Stellfchraube S 2 ; legt fich dann endlich der Tafter
hebel auf den ArbeitscontaA auf, fo wird die Batterie B t gefchloffen, dei Strom
verzweigt fich aber von der Tafterachfe aus und geht der eine Zweig durch die
Contadttchraube S 2 und den Ankerhebel in das Kabel, der andere abei J^' inch
die Spulen von M. Diefer letztere Zweigftrom von B i durchläuft aber die Draht
windungen der Spule in anderer Richtung, als vorher der Strom von ... ie
magnetifche Polarität wird alfo in den Elektromagnetkernen (durch Null hindurch)
umgekehrt, und es verfliefst daher eine gewiffe Zeit, bevor der Anker angezogen
wird und der Ankerhebel fich wieder an die Schraube S t anlegt, dabei aber, felblt