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Full text: Officieller Ausstellungs-Bericht - Die Telegraphen-Apparate (Gruppe XIV, Section 2)

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Dr. Leander Ditfcbeiner. 
des Commutators am Manipulator den Strom, in Folge deffen der Anker an der 
Bodenplatte gegenüber jenem der freien Enden die unfymmetrifche Stellung ein 
nimmt, und fomit die Localbatterie fchliefst. Sodann wird der den Druck der 
Typen ausführende Elektromagnet in Thätigkeit gefetzt, und das Tampon druckt 
die Type (Schriftliche Mittheilung des Herrn L. d’Arlincourt). 
Hieher kann auch der weiter unten befchriebene Siemens’fche Typen- 
Schnelldrucker, fowie Bauer und Krebs’ Börfentelegraph gerechnet werden. 
Bei dem B ö rfe n t e 1 e g r ap h e n mit Selbftcontrole von Alois B au e r und 
Ferdinand K re b s in Wien, foll die Aufgabe gelöft werden, die jeweiligen Cours- 
fchwankungen auf derBörfe in Form vonDepefchen von einem beftimmten Punkte 
(gebende _ oder Controlftation) nach beliebig vielen Punkten (Empfangftation)• 
gleichzeitig und gleichlautend zu geben, ohne dafs eine befondere Beauffichtigung 
oder Bedienung des Apparates der Empfangftation nothwendig wäre, der Befitzer 
eines folchen Apparates aber mit voller Sicherheit rechnen kann, dafs die mit 
Typenfchrift erscheinenden Depefchen richtig find. Es können dabei viele Appa 
rate in einem einzigen Schliefsungskreife eingefchaltet werden; die gebende oder 
Controlftation überzeugt fich nach jeder Umdrehung des Typenrades, ob auch alle 
Stationen diefelbe Typenftellung einnehmen, ob fie alle in Uebereinftimmung 
untereinander und mit ihr find, und während diefer Zeit die gleichen Typen 
erhalten haben; endlich kann die gebende Station jenen Apparat, welcher mit 
den anderen nicht übereinftimmt. fei es auf was immer für einer Station mit ihnen 
in Uebereinftimmung zu bringen, ohne die richtigen Apparate in eine falfche 
Stellung zu bringen. Es bedarf die Empfangftation keines Uhrwerkes und keiner 
Localbattene. (Schriftliche Mittheilung des Herrn Telegraphenbeamten Alois 
Bauer.) 
, W 4 G , U , rl , t ' n Berlinftellte denjaite’fchen Apparat Fernfehreib er aus, 
deffen ausführliche Befchreibung in den „Annalen der Telegraphie“ herausgegeben 
und redigirt von Dr. P. W. Brix, Heft t, 1872, pag. 13, fowie auch in J. Dub, 
„Anwendungen des Elektromagnetismus“ II. Auflage 1873, pag. 595.211 finden ift. 
Die Einrichtung des ganzen Apparates, namentlich des Uhrwerkes und der Aus- 
lofevorrichtung der Anker ift derjenigen des Hughes-Apparntes fehr ähnlich, und 
dt derfelbe ein Doppelapparat bei welchem aber nicht Typen auf den Papier 
ltreifen gedruckt, fondern durch zwei nebeneinander flehende Stempel inderLän- 
genrichtung der Papierftreifen Löcher in zwei parallelen Reihen eingefchlagen 
werden. Durch zwei auf der Abgabeftation befindliche Tafter kann man nämlich 
entgegengefetzte Ströme in die Linie fchicken, welche durch Elektromagnete auf 
zwei verfchiedene Anker wirken, fo zwar, dafs der eine Strom den einen der 
andere Strom den anderen Anker löft, Durch dasLöfen je eines Ankers wird’eine 
Verkuppelung derAchfe, welche den Stempel durch das Papier zu drücken hat, mit 
einer Achfe des Uhrwerkes vermittelt, jedoch fo, dafs die den Stempel nieder 
druckende Achfe nur eine Umdrehung macht, und der Anker wieder auf den 
Elektromagnet gedrückt wird, um eine neue Löfung durch einen Strom zu 
erwarten. Es kann immer nur ein Tafter. fomit auch immer nur ein Stempel 
medergedrückt werden; nie können beide zugleich gedrückt werden, da die Anker 
lelbit nur durch entgegengefetzt gerichtete Ströme gelöft werden. Die am Papier- 
ftreifen entftehende Schrift, ift alfo eine der Steinheil’fchen ähnliche, durch Löcher 
' n eln w m v S r r f‘ fen flchtbar gemachte. Der Apparat felbft arbeitet fehr rafch und 
alter Wahrfchemlichkeit nach corretft, und namentlich ift eine fehr einfache Ein 
richtung getroffen, fowohl zur Uebertragung mit dem J a i t e’fchen automatifchen 
Umfeh alt er (S.J. Dub a. a. O. pag. 558), welcher ebenfalls von Gurlt ausgeftellt 
auch beim Hughes-Apparate Anwendung findet, als auch zur einfachen Schaltung 
für die automatifche Beförderung der Depefchen. Es ift auch mit diefem Apparate 
möglich, gleichzeitig von einer und derfelben Depefche mehrere Abdrücke zu 
nehmen, da man ftatt eines Papierftreifens mehrere folche übereinander gelegte 
gleichzeitig durchlochen laßen kann, da die Kraft des Apparates dazu vollkommen
	        
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