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Full text: Officieller Ausstellungs-Bericht - Die Telegraphen-Apparate (Gruppe XIV, Section 2)

Telegraphen-Apparate. 
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hinreichend ift. Ein befonderer Vortheil liegt darin, dafs die Apparate nicht fyn- 
chron laufen miiffen, und dafs es genügt, wenn jeder derfelben einen gleichmafsigen 
Gang hat was felbft nur wieder nothwendig ift, um die zu einem Buchftaben 
gehörigen Löcher in folcher Entfernung zu haben, dafs nicht eines oder das andei e 
dem vorhergehenden oder folgenden Buchftaben zugerechnet werden kann Bei den 
auf der Ausfüllung befindlichen Apparaten ift gegen die in Brix „Annalen 
befchriebene Einrichtung infofern eine kleine Aenderung gefchehen, als die 
die Uebertragung beforgenden mit der Aclife, welche die Stempel niederdruc - 
(ich bewegenden, rotirenden Uebertragungsfedern, welche bei einer unmittelbaren 
Correfpondenz abgenommen werden, einfacher und von vorne auf diefe Aclife 
gefchoben werden können. Ferner ift durch einen einfachen Drucker dem Uebe 
ftande abzuhelfen, dafs die fich bewegenden Stempel in dem Papierftreifen ftecken 
bleiben, wenn der Streifen fich nicht bewegt. Es gefchieht diefs leicht, und wenn 
es eintr’itt fo braucht der Manipulirende nur zu drücken, um den Stempel aus dem 
von ihm erzeugten Loche in die normale Stellung zu bringen. Der Apparat lit, 
wenn auf den erften Anblick auch als ziemlich complicirt erfchemend, doch ein 
facher als jener von Hughes, wahrfcheinlich auch weniger leicht einer Storung 
unterworfen und foll nachjaite eine Leiftungsfähigkeit befitzen, welche jener 
des Hughes vollkommen gleich fteht 
Die autographifchen oder C o pi r t el egraph e n waren vertreten 
durch den fclion länger bekannten Hipp’fchen Copirtelegraphen ausgeftellt von 
M. Hipp in Neuenburg in der Schweiz (Dingler, „Polytechnifches Journal , 
ISc; I j22, 44}, ferner durch den ebenfalls bekannten L e n o i r’fchen Apparat, 
welcher von E. Prudhomme & Viguier ausgeführt, in der Ausftellung der 
franzöfifchen Adminiftratioh der Telegraphen zu finden war, und welcher bereits 
im öfterreichifchen Ausftellungsberichte für die Parifer Ausftellung vom Jahre 1807 
von H. Militzer im I, Bande, V. Verkehrsmittel, S 229, befchneben wurde. Wir 
finden ferner in der Ausftellung der franzöfifchen Telegraphenadmimftration zwei 
autographifche Telegraphen, den einen von L. Guyot d’Arlmc ourt, welcher 
ein chemifcher Copirtelegraph ift, den anderen von BernardM e y er, Telegraphen 
bureau-Chef in Paris, bei welchen der Druck der Depefche mit Farbe auf einen 
Papierftreifen beforgt wird. 
Die Herftellung eines autographifchen Telegraphenapparates ift eine 
fchwierige und bedingt durch die Löfung zweier anderer, ganz verfchiedener 
Probleme Das erfte befteht in dem vollkommenen Ifochromsmus beider Appaiate , 
das zweite in der Möglichkeit, auf fehr grobe Diftanzen rafcli auf einander eine 
Reihe elektrifcher Ströme fchicken zu können. D’Arl 111 coiir t hat fich fpeciell 
mit der Löfung diefer beiden Probleme befchäftigt und erfteilt den Ifochi omsmus 
beider Apparate durch eine im Folgenden zu befchreibende Einrichtung her wah 
rend die fchnelle Uebertragung durch fein auf ein neues Pnncip gegründetes Relais 
ermöglicht wird. . , 
Diefes Relais bildet hier einen ganz vom eigentlichen Appaiate un 
abhängigen Beftandtheil. Der Synchronismus ift auch hier nothwendig, weil 
zwei Cyfinder, einer am Orte der Abgabe, der andere am Orte der Aufnahme, 
vollkommen gleichmäfsig rotiren müffen. Man bedient fich auch hier zweier Papier- 
blätter, das eine mit Metallüberzug (Zinnfolie), das andere zur Aufnahme chemifc 
präparirt, fo dafs der durch dasfelbe gehende elektrifche Strom an den betref 
fenden Stellen eine dunkle Färbung hervorruft. Diefe zwei Blatter find über die 
Cylinder fo gefpannt, dafs zwei gleiche Punkte ihrer Oberfläche zur felben ei 
unter fixen Stiften fich befinden, welche fich nur parallel zurAchfe an einer Mikro- 
meterfchraube bewegen können. Diefe Schraube dient dazu, denStitt gleichma sig 
vorwärts zu fchieben und ihn die ganze Höhe des Cylmders entlang zu fuhren, 
fo dafs er nach einer Spirallinie die ganze Oberfläche des Papiers durchlauft. 
Trifft der Stift am Abgabe-Orte einen durch dieTmte ifohrten Punkt derZmnfo ie 
fo wird durch den Stift am Aufgabe-Orte an entfprechender Stelle der Strom duich
	        
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