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Full text : Officieller Ausstellungs-Bericht - Die Telegraphen-Apparate (Gruppe XIV, Section 2)

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Dr.  Leander  Ditfcheiner.

unter  die  Buchftaben  im  Durchfchnitte  zur  Eindellung  des  Typenrades  nur  drei
bis  vier  kurze  Stoffe  erforderlich  find  und  das  Drucken,  fowie  die  Zurückführung
des  Typenrades  auf  den  Nullpunkt  faft  augenblicklich  erfolgt.  (Zetzfche  a.  a.  O.)
Der  S  i  e  inen  s’fche  Ke  11  e  n-S  chn  e  11  f  ehr  ift  g  e  b  er  enthält  anftatt
der  Dofe  eine  Gliederkette  ohne  Ende  mit  180  Gliedern  von  2'5  Millimeter
Länge  und  in  jedem  derlelben  einen  Metallftift,  welcher  fich  feiner  Länge  nach
in  dem  Gliede  mit  einiger  Reibung  nach  links  oder  rechts  verfchieben  läfst,  weil
der  Ketten-Schriftgeberzur  Erzeugung  von  Punkten  in  zwei  Reihen,  wie  beim
erften  Steinhcil’fchen  Apparate,  beftimmt  ift.  Die  Verfchiebung  der  Stifte  wird
übrigens  beim  Niederdrücken  der  Taften  in  ganz  ähnlicher  Weife  durch  eine  -
Art  von  Scheeren  bewirkt  und  find  natürlich  zwei'  Contadlhebel  vorhanden,
von  denen  der  eine  durch  die  rechts  vorftehenden  Stifte  pofitive,  der  andere
durch  die  links  vorftehenden  Stifte  negative  Ströme  in  die  Leitung  fendet.  Diefe
Ströme  von  verfchiedener  Richtung  fchreiben  in  einem  polarifirten  Doppelfchreiber
  die  Zeichen  des  Steinheil’fchen  Alphabetes.  Die  Vorbereitung  der  abzutelegraphirenden
  Schriftzeichen  erfolgt  an  einer  Stelle,  wo  die  Kette  über  ein
Rad  läuft,  das  Abtelegraphiren  an  einer  anderen  Stelle,  wo  die  Kette  über
ein  zweites  mit  einem  Windflügel  verbundenes  Rad  geführt  ift;  gleich  hinter
diefer  Stelle  werden  die  abtelegraphirten  Stifte  durch  zwei  an  den  beiden  Seiten
der  Kette  anftreifende  Rollen  wieder  in  ihre  Ruhelage  gebracht.  Diefer  Ketten
fchriftgeber  wird  weder  durch  ein  Gewicht,  noch  durch  eine  Feder  getrieben,
fondern  es  wird  beim  Niederdrücken  einer  Tafte  gleich  der  erforderliche  Anftofs
zur  Bewegung  übertragen.  (Zetzfche  a.  a.  O.)
Apparate  ztir  automatifchen  Verfendung  von  Depefchen  finden  wir  ferner
in  der  italienifchen  Ausftellung  von  Ludwig  G  hif  i  in  Mailand,  der  eine  Typen
mafchine  für  Morfe-Schrift  ausgeftellt,  welche  im  Principe  der  Einrichtung  wohl
mit  dem  Siemens’fchen  Typen-Schnellfchreiber  übereinftimmt;  ferner  von  L  a  c  c  o
Gaspori  in  Aleffandria  einen  dem  Siemens’fchen  Verfendungsapparate  mit
gelochten  Papierftreifen  ähnlichen  Apparat.
Wir  finden  auf  der  Ausftellung  auch  zwei  neue  Apparate,  den  einen  von
Herrn  Bernard  Meyer,  Telegraphen-Bureauchef  in  Paris,  in  der  Ausftellung  der
franzöfifchen  Adminiftration  des  Telegraphen,  den  anderen  von  Herrn  Alois
Bauer,  k.  k.  öftcrreichifchem  Telegraphenbeamten,  in  der  Ausftellung  des  öfterreichifchen
  Handelsminifteriums  im  Pavillon  des  Welthandels,  welche  beide  den
Zweck  haben,  eine  beffere  Ausnützung  der  einzelnen  Telegraphenlinien  dadurch
herbeizuführen,  dafs  es  mit  ihnen  möglich  wird,  auf  einem  und  demfelben  Leitungsdrahte ­
  die  von  verfchiedenen  Apparaten  ausgefchickten  Ströme  abwechfelnd
in  rafcher  Folge  den  entfernten  aufnehmenden  Apparaten  getrennt  zuzuführen,
fo  zwar,  dafs,  während  an  einer  oder  mehreren  Abgabeftationen  die  Abfendung
eines  Stromes  vorbereitet  und  diefer  noch  nicht  wirklich  abgegeben  wird,  die
Leitungvon  einem  Strome  einer  anderen  Abgabeftation  durchfloffen  wird.  Dadurch
wird  es  möglich,  die  Paufen,  welche  in  einer  Leitung  mit  nur  einer  Abgabe-  und
einer  Aufnahmeftation  wegen  der  verhältnifsmäfsig  langen  Vorbereitung  zur
Stromfendung  eintreten  und  in  welchen  kein  Strom  die  Linien  durchfliefst,  beffer
zu  verwenden  und  erfichtlich  eine  rafchere  Abgabe  mehrerer  Depefchen  zu  erlangen.
Das  Syftem  des  M  e  y  er’fchen  Ap  parates  zur  gleichzeitigen  mehrfach ­
  en  Depefchen  Vermittlung  auf  einer  undderfelbenLeitung
gründet  fich  auf  die  Zeit-  und  Arbeitsvertheilungund  hat  den  Zweck,  allejene  Ströme,
welche  in  einer  gegebenen  Zeit  eine  Telegraphenleitung  nach  einander  durchlaufen
kann,  getrenntund  unabhängig  von  einander  zu  verfchiedenenCorrefpondenzen  zu
benützen.  Auf  diefe  Weife  können  mehrere  Beamte,  von  denen  ein  jeder  20  bis  30
Depefchen  in  einer  Stunde  befördern  kann,  zufammen  auf  einem  und  demfelbenDrahte
ebenfovieleDepefchenund  ebenfo  leicht  abtelegraphiren,  als  fie  diefsmit  dem  gegen
wärtigen  Morfe-Apparatfyfteme  auf  befonderen  getrennten  Linien  zu  leiften  im
Stande  find,  und  zwar  kann  ieder  Manipulant  nach  Mafsgabe  des  Dienftesbedüifi
            
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