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Full text : Officieller Ausstellungs-Bericht - Die Telegraphen-Apparate (Gruppe XIV, Section 2)

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Dr.  Leander  Ditfchelncr.

Wird  aber  diefer  Rahmen  während  einer  Viertelumdrehung  mehrmals
durch  die  Wirkung  des  Stromes  an  die  Drucklinie  gelegt,  fo  werden  mehrere
der  Länge  diefer  Anlegung  entfprechende  von  einander  getrennte  Punkte  oder
Linien,  in  einer  zur  Längenrichtung  des  Streifens  fenkrechten  Linie  gebildet.
Alle  Zeichen,  welche  einem  einzigen  Buchflaben  angehören,  liegen  alfo  in
einer  Linie,  fenkrecht  zur  Längenrichtung  des  Papierftreifens;  die  den  verfchiedenen
  Buchflaben  entfprechenden  Zeichen  find  in  parallelen  folchen  Linien  am
Papierflreifen.  Während  des  Fun(5lionirens  diefes  Apparates  geht  der  von  dem
Vertheiler  ausgehende  Strom  auf  jeder  Station  durch  ein  Relais,  in  welchem  eine
Localbatterie  derart  eingefchaltet  ift,  dafs  der  elektrifche  Strom  fortwährend  durch
die  Drahtwindungen  der  Elektromagnete,  welche  fich  an  den  Schreibapparaten
befinden,  fliefst  und  in  ihnen  den  Magnetismus  fo  hervorruft,  dafs  fie  von  den
Polen  vorhandener  permanenter  Magnete  abgeflofsen  werden.  Geht  nun  durch
das  Relais  ein  Strom  und  unterbricht,  indem  fich  dasfelbe  unter  feiner  Einwirkung
bewegt,  den  Local-Batterieflrom,  fo  verfchwindet  der  Magnetismus  in  den  weichen ­
  Eifenkernen  der  Elektromagnete  und  diefe  werden  von  den  Stahlmagneten
angezogen,  durch  welche  Bewegung  der  Rahmen  fammt  dem  Papierflreifen  gehoben ­
  und  gegen  die  Drucklinie  gedrückt  wird.  In  diefer  Weife  werden  die  Papierflreifen ­
  bei  fämmtlichen  Apparaten  gleichzeitig  gehoben  und  gefenkt;  weil  aber
nur  dann  ein  Zeichen  auf  dem  Papierflreifen  erzeugt  werden  kann,  wenn  die
Drucklinie  dem  Papierflreifen  gegenüber  fich  befindet,  fo  kann  ein  Buchflabe  auf
dem  Papierflreifen  nur  dann  erfcheinen,  wenn  der  Stromvertheiler  und  die  Druck
linie  an  den  correfpondirenden  Apparaten  die  richtige  gegenfeitige  Lage  haben.
Die  gleichzeitige  mehrfache  Correfpondenz  erfordert  in  beiden  zur  Vermittlung
derfelben  in  einer  und  derfelben  Linie  eingefchalteten  Apparaten  eine  gleich
fchnelle  Bewegung.  Zu  diefem  Zwecke  ift  an  den  die  Apparate  bewegenden
Uhrwerken  ein  Pendelt  angebracht,  welches  die  Regulirung  des  Ganges  derfelben
beforgt.  Diefe  Regulirung  wäre  ungenügend,  obwohl  die  Abweichung  vofi  einer
Umdrehung  des  Pendels  kaum  o  ooi  Secunde  beträgt.  Es  wird  daher  ein  Corredlionsfyftem
  in  Anwendung  gebracht,  welches  die  kleinen  Abweichungen  der
Pendel  unter  fich  ausgleicht,  und  welches  darin  befleht,  dafs  durch  die  Einwirkung
eines  elektrifchen  Stromes,  welcher  von  dem  Stromvertheiler  des  einen  Stationsapparates ­
  ausgeht,  die  Kugel  des  Pendels  an  dem  anderen  Stationsapparate  entweder ­
  gehoben  oder  gefenkt  wird,  wodurch  das  Pendel  felbft  in  feiner  Bewegung
befchleunigt  oder  verzögert  wird.  Das  Centrifugalpendel  der  einen  Station
bewegt  fich  ohne  eine  befondere  Vorrichtung  frei;  mit  jeder  Umdrehung  des
Stromvertheilers  wird  ein  elektrifcher  Strom  in  die  Linie  abgefendet,  welcher
beflimmt  ift,  dieBewegung  des  Pendels  am  anderen  Apparate  immer  fynchronifch
mit  dem  Pendel  der  den  Correölionsftrom  abfendenden  Station  zu  erhalten.  An
dem  mittelft  des  Correclionsftromes  zu  regulirenden  Pendel  ift  das  Gewicht
(Kugel)  in  einer  befonderen  Weife  angebracht,  und  zwar  fo,  dafs  fich  diefe  Kugel
an  dem  Stabe  des  Pendels  leicht  hinauf  und  herab  bewegen  läfst.  Zu  diefem  Zwecke
hängt  die  Kugel  an  zwei  Spiralfedern,  welchen  eine  beflimmte  Elaflicität  eigen
ift.  Hierdurch  wird  die  verticale  Bewegung  der  Kugel  leicht  möglich  gemacht.
Ober  der  Kugel  diefes  Pendels  befindet  fich  in  horizontaler  Lage  ein  Arm  in
Form  eines  Wagehebels,  an  deffen  einem  Arme  die  erwähnten  zwei  Spiralfedern,
welche  auch  mit  der  Kugel  in  Verbindung  flehen,  angebracht  find.  An  dem  andern
Theile  des  Hebelarmes  ift  ein  Faden  befeftigt,  deffen  anderes  Ende  um  einen  unter
dem  Hebel  horizontal  angebrachten  runden  Metallftab  gewickelt  ift;  diefer
Stab  wird  durch  die  Einwirkung  einer  elektrifchen  Kraft  an  dem  einen  Ende
horizontal  nach  rechts  und  links  und  durch  Ausübung  einer  mechanifchen  Kraft
um  eine  Längenachfe  gedreht.  Es  ift  nun  einzufehen,  dafs,  wenn  diefer  runde  Stab  fich
um  feine  Längenachfe  dreht,  der  darauf  gewickelte  und  mit  feinem  anderen  Ende
an  den  horizontal  liegenden  wagförmigen  Hebelarm  befeftigte  Faden  länger  oder
kürzer  wird,  und  dafs  dadurch  auch  der  andere  Hebelarm  und  mit  diefem  die
            
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