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Full text: Officieller Ausstellungs-Bericht - Die Telegraphen-Apparate (Gruppe XIV, Section 2)

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Dr. Leander Ditfcheiner. 
machen, ohne Unterfchied der angewendeten Nebenapparate. Diefe können ent 
weder gewöhnliche Morfe- oder Morfe-Druckapparate nach dem Syfteme Bauer, 
ferner gewöhnliche Hughes-Apparate oderTypen-Druckapparate nach demSyfteme 
Bauer fein. Die Morfe-Druckapparate und die Typen-Druckapparate, beide nach 
dem Syfteme Bauer, haben eine dem Manipulateur angepafstere Einrichtung als 
die gewöhnlichen Morfe- und Hughes Apparate. Bei dem Manipulateur wird durch 
ein Uhrwerk einArm aFig.23), Tafel V, in rotirende Bewegung verfetzt, der in einer 
beftimmten Zeit eine gewiffe Anzahl Contadle berührt, die in einem Kreife auf* 
geftellt find. Oder es werden durch dasfelbe Uhrwerk fünf Arme a 2 , # 3 , a 5 , 
die feil mit einander verbunden find, bewegt, Fig. 24, Tafel V, welche in derfelben Zeit 
x 
nur 
5 
Contadle, dafür aber jeden fünfmal berühren. 
Denkt man fich die im 
Kreife aufgellellten Contadle der Reihe nach mit den verfchiedenen Theilftationen, 
beltehend aus den einzelnen Aufgabeltationen und dazu gehörigen Aufnahme- 
llationen, verbunden und die rotirende Achfe in leitender Verbindung mit der 
gemeinfchaftlichen Leitung, fo wird bei der Rotation der Achfe durch die Berührung 
eines Armes mit einem Contadle jedesmal ein Linienilrom aus der Contacflftelle in 
die Leitung gefchickt werden können, wenn auf der der Contadlftelle ent- 
fprechenden Theilllation die leitende Verbindung zwifchen Batterie und Contadl- 
llelle hergellellt wurde. 
Die Zeit der Berührung der vier bis acht Contadlftücke der vier bis acht 
Theilftationen mit einem rotirenden Arme bildet die Zeiteinheit, welche abhängig 
ift von der Rotationsgefchwindigkeit der Arme und von der Länge der Contacl- 
ftücke. Die auf der zweiten Station B von der Abgabeftation in A anlangenden 
momentanen Ströme mliffen über die dort rotirenden Arme die Contadlllücke des 
zur felben Theilllation gehörigen Abgabe-Apparates treffen, fo dafs die beiden 
Manipulateurs in A und B fynchrone Bewegungen machen müffen. Die in den Con- 
tadlftücken von Z?aufgenommenen und von A kommenden Ströme werden von dielen 
Contadlftücken zu dem Zeichengeber von B geführt und vollführen dort den Druck 
eines entfprechenden Zeichens. Um den fynchronen Gang möglich zu machen, find 
auch hier durch Pendel zu regulirende Uhrwerke vorhanden, und um einen möglichft 
vollftändigen Synchronismus herzuftellen, haben die Manipulateure einen „Selbft- 
regulator“, welcher die geringften Differenzen in der Bewegung ausgleicht und 
fo die Apparate der Hand des Manipulirenden ganz entzieht. Zum Selbftregulator 
gehört ein Zahnrad, welches fich an der rotirenden Achfe befindet und das nach 
jeder Fünftel- oder Zehntelumdrehung der Achfe durch einen eingreifenden Daumen 
richtig geftellt wird , ferner ein eigener Motor, der bei feiner Bewegung durch 
Verfchieben einer Pendelkugel das Pendel verkürzt oder verlängert, je nachdem 
der Apparat zurückbleibt oder vorgeht Der Strom zu diefem Motor wird durch 
die Verfchiebung des Zahnrades geliefert, wenn felbes beim ungleichen Gange 
der Apparate durch den eingreifenden Daumen vor- oder zurückgefchoben wird. 
Nach jedem Linienftrome wird die Leitung durch den Manipulateur wieder ent 
laden. Beim fogenannten independenten Morfe-Syfteme fungiren als Nebenapparate 
ein Arbeitstafter, ein Tafterrelais, ein polar'firtes Relais und ein Schreibapparat 
für je eine Theilllation. Bei diefem Syfteme, wo kürzere oder längere Zeichen 
(Punkte und Striche) durch das Relais erzeugt werden follen, werden für jedes 
telegraphifche Zeichen zwei Linienftröme gegeben. Die Zeichen werden in erfter 
Linie vom Telegraphenbeamten mit dem Arbeitstafter gegeben (gruppirt), für 
jedes Tafterrelais zweimal, zu Anfang und zu Ende, im Locale kurz gefchloffen 
und auf diefe Weife jene Bedingungen herbeigeführt, bei welchen der Manipulateur 
einen Linienftrom für diefe Theilllation erzeugen kann. Der erfte Linienftrom 
beginnt das Zeichen auf der nächften Station, der zweite beendet dasfelbe. Nach 
erzeugtem Linienftrome wird das Tafterrelais durch den Manipulateur wieder in 
feine Ruhelage gebracht, fomit die Bedingung zur Erzeugung eines Linienftromes 
aufgehoben und die Leitung entladen. Die Linienftröme können entweder auf der
	        
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