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Dr. Leander Ditfcheiner.
machen, ohne Unterfchied der angewendeten Nebenapparate. Diefe können ent
weder gewöhnliche Morfe- oder Morfe-Druckapparate nach dem Syfteme Bauer,
ferner gewöhnliche Hughes-Apparate oderTypen-Druckapparate nach demSyfteme
Bauer fein. Die Morfe-Druckapparate und die Typen-Druckapparate, beide nach
dem Syfteme Bauer, haben eine dem Manipulateur angepafstere Einrichtung als
die gewöhnlichen Morfe- und Hughes Apparate. Bei dem Manipulateur wird durch
ein Uhrwerk einArm aFig.23), Tafel V, in rotirende Bewegung verfetzt, der in einer
beftimmten Zeit eine gewiffe Anzahl Contadle berührt, die in einem Kreife auf*
geftellt find. Oder es werden durch dasfelbe Uhrwerk fünf Arme a 2 , # 3 , a 5 ,
die feil mit einander verbunden find, bewegt, Fig. 24, Tafel V, welche in derfelben Zeit
x
nur
5
Contadle, dafür aber jeden fünfmal berühren.
Denkt man fich die im
Kreife aufgellellten Contadle der Reihe nach mit den verfchiedenen Theilftationen,
beltehend aus den einzelnen Aufgabeltationen und dazu gehörigen Aufnahme-
llationen, verbunden und die rotirende Achfe in leitender Verbindung mit der
gemeinfchaftlichen Leitung, fo wird bei der Rotation der Achfe durch die Berührung
eines Armes mit einem Contadle jedesmal ein Linienilrom aus der Contacflftelle in
die Leitung gefchickt werden können, wenn auf der der Contadlftelle ent-
fprechenden Theilllation die leitende Verbindung zwifchen Batterie und Contadl-
llelle hergellellt wurde.
Die Zeit der Berührung der vier bis acht Contadlftücke der vier bis acht
Theilftationen mit einem rotirenden Arme bildet die Zeiteinheit, welche abhängig
ift von der Rotationsgefchwindigkeit der Arme und von der Länge der Contacl-
ftücke. Die auf der zweiten Station B von der Abgabeftation in A anlangenden
momentanen Ströme mliffen über die dort rotirenden Arme die Contadlllücke des
zur felben Theilllation gehörigen Abgabe-Apparates treffen, fo dafs die beiden
Manipulateurs in A und B fynchrone Bewegungen machen müffen. Die in den Con-
tadlftücken von Z?aufgenommenen und von A kommenden Ströme werden von dielen
Contadlftücken zu dem Zeichengeber von B geführt und vollführen dort den Druck
eines entfprechenden Zeichens. Um den fynchronen Gang möglich zu machen, find
auch hier durch Pendel zu regulirende Uhrwerke vorhanden, und um einen möglichft
vollftändigen Synchronismus herzuftellen, haben die Manipulateure einen „Selbft-
regulator“, welcher die geringften Differenzen in der Bewegung ausgleicht und
fo die Apparate der Hand des Manipulirenden ganz entzieht. Zum Selbftregulator
gehört ein Zahnrad, welches fich an der rotirenden Achfe befindet und das nach
jeder Fünftel- oder Zehntelumdrehung der Achfe durch einen eingreifenden Daumen
richtig geftellt wird , ferner ein eigener Motor, der bei feiner Bewegung durch
Verfchieben einer Pendelkugel das Pendel verkürzt oder verlängert, je nachdem
der Apparat zurückbleibt oder vorgeht Der Strom zu diefem Motor wird durch
die Verfchiebung des Zahnrades geliefert, wenn felbes beim ungleichen Gange
der Apparate durch den eingreifenden Daumen vor- oder zurückgefchoben wird.
Nach jedem Linienftrome wird die Leitung durch den Manipulateur wieder ent
laden. Beim fogenannten independenten Morfe-Syfteme fungiren als Nebenapparate
ein Arbeitstafter, ein Tafterrelais, ein polar'firtes Relais und ein Schreibapparat
für je eine Theilllation. Bei diefem Syfteme, wo kürzere oder längere Zeichen
(Punkte und Striche) durch das Relais erzeugt werden follen, werden für jedes
telegraphifche Zeichen zwei Linienftröme gegeben. Die Zeichen werden in erfter
Linie vom Telegraphenbeamten mit dem Arbeitstafter gegeben (gruppirt), für
jedes Tafterrelais zweimal, zu Anfang und zu Ende, im Locale kurz gefchloffen
und auf diefe Weife jene Bedingungen herbeigeführt, bei welchen der Manipulateur
einen Linienftrom für diefe Theilllation erzeugen kann. Der erfte Linienftrom
beginnt das Zeichen auf der nächften Station, der zweite beendet dasfelbe. Nach
erzeugtem Linienftrome wird das Tafterrelais durch den Manipulateur wieder in
feine Ruhelage gebracht, fomit die Bedingung zur Erzeugung eines Linienftromes
aufgehoben und die Leitung entladen. Die Linienftröme können entweder auf der