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Full text: Officieller Ausstellungs-Bericht - Die Telegraphen-Apparate (Gruppe XIV, Section 2)

Telegraphen-Apparate. 
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feder des Ankers aber ift an einem Meffingbügel angeheftet, welcher durch ein 
Loch in der Ankerplatte felbft und in dem Querftiicke des gufseifernen Rahmens 
hindurchreicht und mittelft einer Schraube in dem letzteren verflellt und befeftigt 
werden kann. Zum Zwecke der Selbftausfchaltung ift an der Ankerplatte eine 
Feder angebracht, welche bei ruhendem Anker an einer Stellfchraube .Sj anliegt 
und durch diefe durchgebogen wird; wird dagegen der Anker angezogen, fo 
verläfst die Feder die Schraube A 1? richtet fich dabei gerade und legt fich fchliefs- 
lich an eine zweite Stellfchraube S 2 an; im erfteren Falle geht der Strom vom 
Anker nach S i und durch die Elektromagnetwindungen nach *S 2 , im zweiten vom 
Anker gleich nach S 2 . (Zetzfche a. a. O.) 
Die Wecker für Inductionsftröme werden mittelft Magnetinduc 
toren betrieben. Bei ihnen ift der eine Pol des Elektromagnetes fchuhartig ver 
längert und inducirt den (polarifirten) Anker, deffen um zwei Schraubenfpitzen 
fich drehender Hauptkörper den Elektromagnetkernen parallel liegt, während 
von ihm ein Fortfatz zwifchen die freien Enden der Kerne hineinragt und von 
ihnen hin- und hergeworfen wird, wobei der mit feinem Stiele ebenfalls am 
Hauptkörper fitzende Hammer abwechfelnd an zwei Glocken fchlägt. Diefe 
Wecker laffen fich hängend, flehend oder feitlich an einer Wand befeftigen. 
(Zetzfche a. a. O.) 
Neben einer eifernen Läutebude mit einer Glocke und Signal* 
fcheibe und einer anderen mit zwei Glocken, mit Wechfelftrom-Auslöfung 
und mit der älteren von Frifchen vorgefchlagenen Hilfsfignal-Einrichtung ftanden 
zwei neuere Läutefäulen, deren Anordnung von v. H e f n e r-A lteneck an 
gegeben wurde. Bei den einfacheren Läutewerken ift dem Anker des Elektro 
magnetes, an deffen Verlängerung die Nafe fitzt, woran der Auslöfehebel des 
Läutewerkes hängt, noch eine Remanenzfeder beigegeben, auf welcher der das 
Werk wieder einrückende Hebel aufliegt, um den Anker, falls derfelbe durch 
den ‘remanenten Magnetismus der Elektromagnetkerne zurückgehalten würde, 
von den Kernen loszureifsen, damit er den Auslöfehebel ficher fängt. Die neueren 
Läutefäulen find mit dem Einrad-Läutewerke ausgerüftet, welches blos ein Rad 
und das treibende Gewicht, fonft aber kein Räderwerk enthält. Das ganze Werk 
ift von einem cylindrifchen Blechmantel eingefchloffen, welcher fich behufs einer 
Revifion des Werkes an drei Führungsrippen bequem herabziehen läfst. Die 
Glocke hängt oberhalb eines an den cylinderifchen fich anfchliefsenden kegel 
förmigen Mantels, welcher mit zwei Erkern verfehen ift, aus deren einem der 
Hammer hervortritt, um die Glocke zu treffen. Auf diefe Weile ift der ganz unter 
Dach befindliche Hammer gegen das Einfrieren gefichert. Der Hammer wird von 
Vorfprüngen an dem Rade in ähnlicher Weife wie der Wecker an Schwarzwälder- 
Uhren hin- und hergeworfen. Die Auslöfung des Werkes erfolgt erfl durch eine 
gröfsere Reihe (21) aufeinanderfolgender Ströme von wechfelnder Richtung,w’odurch 
ein zufälliges Auslöfen des Werkes, z. B. durch Gewitter, nahezu unmöglich wird. 
Das treibende Gewicht finkt im Innern der Säule herab, die Säule felbft 
aber fetzt als ein Rohr von ungefähr derfelben Länge, wie die Säule, in die Erde 
fort; diefes Erdrohr vergröfsert die Fallhöhe des Gewichtes und bildet zugleich 
das Fundament. Die eine der ausgeftellten Säulen mit Wechfelftrom-Auslöfung 
enthält aufser einem Blitzableiter noch eine neue Hilfsfignal-Einrichtung. Auf die 
Achfe des Einrad-Läutewerkes find nämlich acht Schliefsungsräder aufgefteckt, 
welche an ihrem Umfange mit verfchieden geftellten, dem zu gebenden Hilfs- 
fignale entfprechenden Vorfprüngen und Einfchnitten verfehen find. Der in der 
Leitung vorhandene galvanifche Ruheftrom ift gefchloffen, fo lange der längere 
Arm eines Winkelhebels in einem der Einfchnitte liegt, weil dann der den Contadt 
machende kürzere Arm auf feinem Ambofse aufliegt, von dem er aber abgehoben 
wird, fobald der längere Arm auf einen Vorfprung aufläuft. Für gewöhnlich ruht 
der längere Arm auf einer Stelle der Achfe neben den Schliefsungsrädern und 
hält dabei den Stromkreis gefchloffen. Mit den zu gebenden acht Hilfsfignalen
	        
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